Chartkommentar – Nasdaq 100 auf dem Weg nach oben
Nach der Korrektur folgt eine neue Hausse

Dem US-amerikanischen Nasdaq-100-Index droht ein erneuter Kursverfall von 15 bis 20 Prozent bis Ende Januar. Doch nachdem die Technologiebörse bis Februar auf 1 490 oder gar 1 400 abgesunken sein wird, sollte es zu einer neuen Hausse bis auf 2 000 Punkte kommen. Diese Vorhersage ergibt sich mit Hilfe der technischen Analyse, wenn sie sich der "Elliott Wellen" bedient.

LONDON. Betrachtet man sich einen zweijährigen Nasdaq-100-Chart, so lässt sich seit dem im März 2000 erreichten Höchstwert von 4 816 Punkten ein Abwärtstrend in insgesamt fünf großen Wellen zeichnen. Nach dem am 21 September erreichten Tiefstwert auf 1 089 Zähler - minus 77 % gegenüber dem Höchststand - ist der Index bis auf 1 734 Punkte Anfang Dezember gestiegen. Die Rally entsprach einem Kurszuwachs von knapp 60 % in weniger als drei Monaten. Sie verlief in drei Wellen: A, B und C.

Entsprechend der Elliott-Wellen-Theorie bewegen sich Märkte in fünf Wellen in Richtung des vorherrschenden Trends. Anschließend gibt es drei korrigierende Wellen (A, B und C) in die entgegengesetzte Richtung. Im Nasdaq-100 - Chart verliefen die drei nach dem Tiefstwert geformten Wellen (A, B und C) lediglich als kleinere Wellen innerhalb einer übergeordneten A-Welle. Somit sollte in den kommenden Wochen eine größere und korrigierende B-Welle in Richtung 1 400 folgen, bevor die größere C-Welle bis in die 2 000er Zone vorstoßen kann.

Dies bedeutet, dass Anfang 2002 eine günstige Gelegenheit für den erneuten Einstieg in der von Technologiewerten dominierten Nasdaq besteht. Kurzfristig drohen niedrigere Kurse. Da eine C-Welle, was Dauer und Höhe betrifft, häufig einer A-Welle gleicht, kann anschließend mit einem Kurszuwachs von rund 60 Prozent gegenüber dem B-Wellen-Tiefstwert gerechnet werden. Nur ein - unerwarteter - Fall unter die Marke von 1 200 Punkten erhöht die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Kursverfalls mit neuen Tiefstständen.

Positiv stimmt neben der Wellen-Theorie auch der Trend-Folge-Coppock-Indikator. Das ist ein modifizierter, linear gewichteter gleitender Durchschnitt. Dieser hat im November ein Kaufsignal gegeben. Der Coppock-Indikator liefert positive Kaufsignale, wenn er nach einem längeren Rückgang plötzlich nach oben dreht, was nun geschehen ist. Seit 1929 liefert der Indikator fast ausschließlich korrekte Prognosen in Bezug auf den kommenden Trend US-amerikanischer Aktienmärkte.

Axel Rudolph ist bei Dow Jones Newswires in London technischer Chefanalyst für Europa und Vorstandsmitglied des englischen Verbandes für Technische Analysten.

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