Chartkommentar
Noch überwiegt der Optimismus

Die Ausgangslage in den großen europäischen Aktienindizes bleibt positiv. Daran ändert auch die uneinheitliche Entwicklung in den letzten Tagen nichts.

FRANKFURT/M. Die Ausgangslage in den großen europäischen Aktienindizes bleibt positiv. Daran ändert auch die uneinheitliche Entwicklung in den letzten Tagen nichts. Nach wie vor herrschen intakte sekundäre - mittelfristige - Aufwärtstrends vor. Aber das Risiko auf der Unterseite ist hoch, und die erwartete Jubel-Hausse, von der viele - auch technisch orientierte - Marktteilnehmer ausgehen, ist nicht zu erkennen.

Mit Ausnahme des Londoner FTSE 100 und des Pariser CAC 40 konnten die Aktienindizes in der Vorwoche ihre Schiebezone (Seitwärtsbewegung) nach oben hin verlassen und ein neues Bewegungshoch ausbilden.

In den US-Indizes herrschen dagegen übergeordnete Konsolidierungszonen vor. Die Bewegungsdynamik ist niedrig, beginnt sich jedoch nachhaltig zu stabilisieren. Problematisch sehen die "Randmärkte" aus, die nachhaltigen Einfluss auf die Aktienbörsen haben. So stabilisieren sich die Rentenmärkte. Der Euro zog gegenüber dem US-Dollar deutlich an. Der Ölpreis konnte ebenfalls an Stärke gewinnen. In der Vergangenheit gingen diese Tendenzen oft mit fallenden Aktienmärkten einher.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) markierte im Handelsverlauf vor Ostern ein Bewegungshoch bei 2 915 Indexpunkten und setzte damit seinen sekundären Aufwärtstrend fort. Dieser behält seine Gültigkeit, solange seine untere Trendbegrenzungslinie nicht unterschritten wird. Sie verläuft im Bereich um 2 600 Punkte. Der Trend ist stark gefährdet, wenn der Kursverlauf das jüngste Reaktionstief bei 2 685 Punkten unterschreiten sollte.

Der nächst höhere, untergeordnete Widerstand im Dax oberhalb der 2 915 Punkte liegt bei knapp über 3 100 Punkten. Auf der Unterseite verlaufen im Bereich von 2 824/2 814 und 2 696/2 685 Punkten Unterstützungen.

Solange der Dax das Niveau von 2 685 Zählern nicht unterschreitet, besteht unter strategischen Gesichtspunkten keine Gefahr. Fällt diese Unterstützung jedoch, dann muss unsere insgesamt noch optimistische strategische Erwartungshaltung überdacht werden.

Uwe Wagner ist technischer Analyst bei der Deutschen Bank in Frankfurt/Main.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%