Chartkommentar – Wichtige Unterstützung hat nicht gehalten
Keine Trendwende bei US-Technologiewerten

Nach dem Bruch der Unterstützungsmarke im Bereich von 1200 Punkten ist der amerikanische Nasdaq-Index in den freien Fall übergegangen. Die nächste Unterstützung lässt sich erst bei 1000 Punkten ausmachen.

FRANKFURT/M. Seit März 2000 bekommen die Börsenteilnehmer eine der Grundlagen der Dow Theorie, also des eigentlichen Ursprungs der Technischen Analyse, leidvoll bestätigt: "Aktienkurse verlaufen in Trends". Trends allerdings verlaufen nie geradlinig in eine Richtung, sondern in Wellenbewegungen (Swings). Dies bietet Tradern die Chance, kurzfristig zu handeln.

Der amerikanische Nasdaq-Composite-Index verläuft seit März 2000 in einem stabilen Abwärtstrend. Seit Mai 2001 schwächte sich der zu Beginn sehr steile Trend etwas ab. Doch alle Versuche des Technologiewerte-Index, einen Doppelboden, und damit eine Trendwendeformation auszubilden, scheiterten. So wurde das Tief vom April 2001 bei 1 619 Punkten im September 2001 unterboten und somit der Abwärtstrend bestätigt. Im Juli/August 2002 bildete sich dann ein Doppelboden im Bereich von 1200 Punkten aus. Hier verlief eine Unterstützungszone, die noch aus dem Jahr 1996 stammte.

Nach einem erneuten kurzen Zwischenhoch, das den Index bis an die Marke von 1420 Punkte führte, verläuft der Index seit Ende August allerdings wieder in einem stabilen Abwärtstrendkanal. Dabei wurde zuletzt auch die wichtige Unterstützungsmarke bei 1200 Punkten gebrochen. Es verwundert nicht, dass sich die Abwärtsbewegung nach dem Bruch dieser Linie beschleunigt hat.

Ein Blick auf die Indikatoren zeigt, dass der MACD, ein Indikator der Trends anzeigt, den übergeordneten Abwärtstrend bestätigt. Oszillatoren wie Stochastik und RSI zeigen dagegen überkaufte und überverkaufte Marktsituationen an. Verdeutlicht werden also die "Swings", das heißt der Kampf der "Bullen" und "Bären" im Bereich der 1200 Punkte-Marke. Ein eindeutiges Kauf- oder Verkaufs-Signal geben Oszillatoren momentan nicht.

Es ist wahrscheinlich, dass dieser Kampf noch eine Weile im Mittelpunkt des Börsengeschehens stehen wird. Dabei dürften hauptsächlich die Psychologie und kurzfristig agierende Trader den Marktverlauf bestimmen.

Aus charttechnischer Sicht ist jedenfalls keine Trendwende zu erkennen. Der Index verläuft noch in seinem stabilen Abwärtstrendkanal. Die nächste massive Unterstützung liegt im Bereich von 1000 Punkten und ergibt sich aus dem Kursverlauf im Jahr 1995.

Dr. Gregor Bauer ist selbstständig tätig im Bereich Portfolio-Management und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands, VTAD (www.vtad.de).

Quelle: Handelsblatt

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