Chartkommentar
Widerstände behindern den Nasdaq-Index

Das Risiko für fallende Kurse an der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq ist groß. In zwei Bereichen gibt es erhebliche Widerstände: die 1 940- und die 2 100-Punkte-Marke. Nach dem Quartalsende ist die Wahrscheinlichkeit für zurückhaltende Kaufbereitschaft hoch.

DARMSTADT. Vom historischen Hoch im März 2000 bis zum Tiefpunkt am 21. September hatte der Nasdaq-Composite-Index 73 % verloren. Nach Ausbildung eines eng beieinander liegenden Doppel-Tiefs erfolgte ein Anstieg um 52 % bis Anfang Januar. Eine Widerstandslinie, die sich aus den beiden Hochpunkten vom Juli und August vorigen Jahres herleiten lässt, konnte nicht überwunden werden. Nach Ausbildung eines Doppel-Tiefs kam es Ende Februar erneut zum Anstieg. Allerdings wurde dieser zunächst an der Widerstandslinie bei 1 940 Zählern gestoppt. Diese Widerstandslinie lässt sich aus den Tiefpunkten im Juli und Dezember 2000 herleiten.

Noch kann nicht gesagt werden, ob der jüngste geringfügige Rückgang eine neue Abwärtsbewegung einleitet. Dazu müsste erst die sehr massive Unterstützung bei 1 700 Punkten unterschritten werden. Der Markt ist immer noch überkauft, wie mittel- und kurzfristige Marktindikatoren zeigen. Deshalb dürfte es schwierig sein, dass kurzfristig der Widerstand bei 1 940 Punkten überschritten wird. Dann allerdings wäre der Weg frei bis zur 2 100-Punkte-Marke - dem Hoch vom Januar.

Im neuen Quartal werden sich viele Anleger neu positionieren. Dann muss sich zeigen, ob die Unternehmensgewinne den bisherigen Anstieg des Index um 52 % bis Ende Januar rechtfertigen. Denn noch sind die Nasdaq-Aktien gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis extrem überbewertet.

Ob die Konjunktur sich so gut entwickelt, wie zunächst angenommen, erscheint fraglich. Der Philadelphia-Fed-Index, der am Donnerstag bekannt gegeben wurde, bestätigte die positiven Meldungen nicht. Offen ist auch, ob der Konsum in dem erwarteten Maße anspringt, denn die Überschuldung der amerikanischen Konsumenten ist außerordentlich hoch. Der private Verbrauch ist mit knapp 70 % die bedeutendste Komponente des US-Bruttosozialproduktes. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zuflüsse bei den Investmentfonds dramatisch nachgelassen haben.

Dr. Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Felix Pieplow sein Mitarbeiter.

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