Charttechniker sind optimistisch
Dax-Ausblick: Neuer Anlauf auf 3000-Punkte Marke

Der Deutsche Aktienindex (Dax) wird in der kommenden Woche Marktteilnehmern zufolge einen neuen Anlauf auf die psychologisch wichtige 3000-Punkte-Marke nehmen. Dabei könnten vor allem gute Konjunkturdaten aus den USA und Deutschland für Schwung sorgen, sagt der Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

rtr/vwd FRANKFURT. "Die Woche kann positiv verlaufen, wenn die Konjunkturdaten überraschen sollten." Borghoff spricht wie viele seiner Kollegen die Hoffnung aus, dass die Unternehmen - weil der Irak-Krieg keine beherrschende Rolle mehr spiele - wieder optimistischer in die Zukunft schauen würden. "Viele Aufträge wurden im ersten Quartal wegen des Irak-Krieges verschoben. Das könnte zu besseren Ergebnissen im zweiten Quartal führen", ergänzt der Stratege. Davon würden besonders die Unternehmen der Industrie-, Chemie- und Technologiebranche profitieren.

In der kommenden Woche erwarten die Börsianer aber erst einmal eine Flut vor Quartalsberichten zur Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten. Allein sechs der 30 Dax-Unternehmen werden Zahlen vorlegen.

Mußler: "Schwache Kurse sind Kaufkurse"

In der nun zu Ende gehenden Woche hat Deutschlands wichtigster Börsen-Index per saldo nur wenige Punkte auf 2 883 Zähler verloren. Allerdings hatte der Dax zur Wochenmitte noch kurz oberhalb von 3 000 Punkten gelegen. Viele charttechnische orientierte Analysten sagen jedoch, dass das Potenzial nach oben kurzfristig begrenzt sei. "Sollte der Dax nachhaltig unter 2 900 Zähler sinken, könnte es zu einer Korrektur kommen, die den Index bis auf die Unterstützung bei 2 671 führt", prognostiziert der Nols-Charttechniker Heinz Stork.

"Schwache Kurse sind Kaufkurse", ist sich dagegen der technische Analyst Marcel Mußler sicher. Unterstüzungen, die der Korrektur ein Ende bereiten könnten, sieht Mußler bei 2 803 und 2 840 Zählern. Das maximale Risko belaufe sich auf den mittelfristigen Aufwärtstrend bei 2 645 Punkten, doch sei es eher unwahrscheinlich, dass der Dax so weit zurückfällt.

Zu einer vergleichbaren Einschätzung kommen auch die Analysten von Staud Research. Viel weiter als bis knapp über 2 800 Zähler sollte der Dax ihrer Ansicht nach nicht fallen.

Etwas verhaltener, wenn auch nicht pessimistisch, sind die Analysten der Bankgesellschaft Berlin eingestellt. Ihrer Ansicht nach fehlen noch die Signale für eine nachhaltige konjunkturelle Verbesserung: "Für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung dürfte es kaum ausreichen, dass die Unternehmen Ertragssteigerungen allein durch Kostensenkungen durchsetzen", merken sie an. Solche Erfolge ließen sich aber nicht beliebig wiederholen, da Restrukturierungsmaßnahmen auslaufen dürften. Notwendig sei daher eine allgemeine konjunkturelle Verbesserung.

Konjunkturdaten werden Richtung vorgeben

Im Blickpunkt der Anleger dürften in der kommenden Woche vor allem neue Konjunkturdaten stehen. So soll am Montag der Ifo-Geschäftsklimaindex für April veröffentlicht werden. Die meisten Volkswirte rechnen dabei mit einem leichten Anstieg, nachdem der Index im März auf 88,1 Punkte gefallen war. In den USA werden die Investoren besonders auf neue Daten zum Verbrauchervertrauen achten. "Das Konsumentenvertrauen bestimmt maßgeblich die Börsenkurse", erklärte der Aktienstratege Borghoff. Nachdem der Irak-Krieg nicht mehr die Schlagzeilen dominiere, könne es hier zu einem Vertrauensvorschuss in Form eines steigenden Index kommen.

Sechs Dax-Unternehmen legen Zahlen vor

Am Dienstag und am Mittwoch werden gleich sechs Dax-Firmen über die Entwicklung im ersten Quartal berichten. Den Auftakt macht dabei Europas größter Chemiekonzern BASF. Von Reuters befragte Analysten erwarten dank des Öl- und Gasgeschäfts von BASF einen um 14,7 Prozent gestiegenen operativen Gewinn im ersten Quartal.

Auch der Sportartikelkonzern Adidas-Salomon hat im ersten Quartal Gewinn und Umsatz nach Einschätzung von Analysten erneut gesteigert. Im Schnitt wird mit einem Überschuss von 52 (Vorjahr: 43) Millionen Euro gerechnet.

Weniger gut dürften die Zahlen beim Pharmakonzern Schering ausfallen. Die Berliner werden Analystenschätzungen zufolge im operativen Geschäft nur noch 208 Millionen Euro nach 213 Millionen Euro im Vorjahresquartal erwirtschaften. Das Ergebnis werde unter anderem von Währungseffekten belastet, meint der Analyst Andreas Schmidt von Merrill Lynch.

Eckdaten zur jüngsten Geschäftsentwicklung werden zudem vom Einzelhandelskonzern Metro und dem Rückversicherer Münchener Rück erwartet. Darüber hinaus werden zahlreiche Firmen aus dem Nebenwertesegment MDax Geschäftszahlen vorlegen, darunter Hugo Boss, Merck, Fraport, Schwarz Pharma und Celanese.

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