Chef der Versicherungsgruppe will in den Aufsichtsrat
Signal Iduna schielt auf Vereins- und Westbank

Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender der Versicherung Signal Iduna, plant offenbar eine Übernahme der zur Hypo-Vereinsbank gehörenden Vereins und Westbank - (V+W), Hamburg.

lip HAMBURG. Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender der Versicherung Signal Iduna, plant offenbar eine Übernahme der zur Hypo-Vereinsbank gehörenden Vereins und Westbank - (V+W), Hamburg. Um dieses Ziel mittelfristig zu erreichen, strebt er auf der heutigen Hauptversammlung der Hamburger Hypo-Vereinsbank-Tochter einen Sitz im Aufsichtsrat an. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Signal Iduna sowie der V+W.

Eine Sprecherin der Signal Iduna mit Doppelsitz in Hamburg und Dortmund wollte sich zu den Übernahmespekulationen nicht äußern. Sie erklärte lediglich, dass die Versicherungsgruppe mit 4 % an dem Hamburger Bankhaus beteiligt ist. Ob der Signal-Iduna-Chef zudem einen Sitz im V+W-Kontrollgremium anstrebt, wollte sie weder bestätigen noch dementieren. Nähere Auskünfte könne sie erst Ende der Woche geben.

Ein V+W-Sprecher war hingegen offener. Er bestätigte, dass der Signal-Iduna-Chef zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen wurde. Die Hypo-Vereinsbank ist mit 75,1 % an der Vereins und Westbank - beteiligt. Sie prüft seit längerem, ob sie die Beteiligung abstößt, da sie dringend Kapital benötigt. Hypo-Vereinsbank-Chef Dieter Rampl hat deshalb eine Investmentbank beauftragt, nach Käufern für die V+W zu suchen.

Damit bahnt sich offenbar ein harter Bieterstreit zwischen der Signal Iduna und der Hamburger Sparkasse (Haspa) und skandinavischen Banken an. Erst vor kurzem hatte Haspa-Chef Karl-Joachim Dreyer erklärt, dass die Haspa eine Übernahme der V+W prüfe.

Für die Signal Iduna macht eine Übernahme der Vereins-- und Westbank strategisch Sinn: Denn nach Informationen aus Kreisen der Versicherungsgruppe strebt dessen Vorstandschef nach einem Erwerb der Vereins und Westbank - eine Fusion mit der Privatbanktochter Conrad Hinrich Donner an. Die Signal Iduna ist mit 100 % an der Donner Bank beteiligt. Sie verfügte in 2001 über eine Bilanzsumme von knapp 1 Mrd. Euro. Die Versicherung hatte das Bankhaus 1990 von der Vereins und Westbank - erworben.

Für die Signal Iduna hätte eine Verschmelzung beider Bankhäuser keine schmerzhaften und teuren Folgen. Denn die Donner-Bank verfügt über kein eigenes Filialnetz. Damit ist Signal Iduna gegenüber dem Konkurrenten Hamburger Sparkasse im Vorteil. Denn die Haspa, die in Hamburg über rund 200 Standorte verfügt, müsste einen Teil der rund 168 Standorte der Vereins und Westbank - in Norddeutschland schließen. Davon geht auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aus. Sie rechnet damit, dass wegen der Überschneidungen im Filialnetz ein Stellenabbau unvermeidbar wäre.

Für Signal Iduna hätte ein Erwerb der V+W einen weiteren Vorteil: Das Unternehmen sichert sich hierdurch einen neuen Vertriebsweg, um den Absatz seiner Versicherungen zu steigern. Denn in den vergangenen Jahren ist es schwieriger geworden, Policen direkt beim Kunden zu veräußern.

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