Chef des US-Schientransportunternehmens CSX
John Snow als O'Neill-Nachfolger im Gespräch

US-Präsident George W. Bush erwägt nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen offenbar den CSX, John Snow, als neuen Finanzminister zu berufen.

Reuters WASHINGTON. Die Nachfolge werde möglicherweise am Montag bekannt gegeben, hieß es in den Kreisen. Das US-Präsidialamt lehnte eine Stellungnahme ab. Vor drei Tagen waren US-Finanzminister Paul O'Neill und der Chefwirtschaftsberater Lawrence Lindsey zurückgetreten. Die Nachfolge Lindseys soll den Kreisen zufolge der frühere Vorsitzende des Bankhauses Goldman Sachs Stephen Friedman antreten.

Der aus dem US-Bundesstaat Ohio stammende Wirtschaftsexperte und Rechtsanwalt Snow sammelte unter Präsident Gerald Ford (1974-77) Erfahrung in der Regierungsarbeit. Er arbeitete unter anderem für das Verkehrsministerium. Snow war zudem Vorsitzender des einflussreichen Business Roundtable, der die meisten der größten US-Firmen in Washington repräsentiert. Gegenwärtig leitet der 63-Jährige die im US-Bundesstaat Virginia ansässige Firma CSX, das größte Schientransportunternehmen im Osten der USA.

Auch zur Nachfolge Lindsey äußerte sich das US-Präsidialamt zunächst nicht. Friedman wird nachgesagt, was Lindsey vermissen lasse: Er soll ein Befürworter weiterer Steuersenkungen und am Handelsplatz Wall Street wohlgelitten sein. Friedman arbeitete bei Goldman Sachs zudem jahrelang mit dem ehemaligen Finanzminister Robert Rubin zusammen. Rubin, der unter Präsident Bill Clinton das Ministerium leitete, hat Anlegern zufolge mit seiner gelassenen, ruhigen Art und seinem feinen Gespür für die Finanzmärkte Maßstäbe gesetzt, an denen seine Nachfolger gemessen werden.

Das US-Präsidialamt hatte bereits seit einiger Zeit eine größere Umbesetzung seines Wirtschaftsteams erwogen, um noch vor den Präsidentschaftswahlen 2004 wirtschaftliche Impulse zu setzen. Steuersenkungen sollen bereits in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Der 67-jährige O'Neill ist das erste Mitglied der Regierung Bush, das das Kabinett verlässt. Ein Berater der Republikaner bezeichnete die Neuordnung als das "Freitagmorgen-Massaker".

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