Chef Domenico De Sole im Gespräch mit dem Handelsblatt
Gucci will unabhängig bleiben

Die Gucci Group will zunächst zuletzt erworbene Unternehmen wie YSL, Boucheron und Sergio Rossi auf eine gesunde Basis stellen, bevor sie weitere Zukäufe angeht. Die Group geht davon aus, ihre Unabhängigkeit auch nicht an den "Weißen Ritter" Pinault Printemps zu verlieren.

HB DÜSSELDORF. "Wir sind immer auf der Suche, halten uns aber im Augenblick eher zurück. Zukauf an sich ist Klasse, nicht aber das Geldausgeben", sagte der Chef des italienischen Luxusgüterherstellers, Domenico De Sole, dem Handelsblatt (Montagausgabe). Außerdem gebe es Grenzen des Wachstums, wenn man die Exklusivität einer Marke beibehalten wolle: "Gucci hat noch viel Platz zu wachsen. Aber an einem bestimmten Punkt, den auch ich heute noch nicht kenne, ist Schluss. Man kann nicht so groß wie General Motors werden, wenn man teure Luxusgüter verkaufen will", betonte der Italiener mit amerikanischem Pass.

De Sole glaubt nicht, dass sein Multi-Marken-Konzern in Zukunft nur durch eine Verbreiterung der Produktpalette - zum Beispiel Gucci-Möbel oder Gucci-Hotels - wachsen kann: "Wir wollen nicht in Geschäftsfelder einsteigen, von denen wir nichts verstehen. Man muss nur schauen, was mit jenen passiert ist, die sich nicht daran gehalten haben. Und außerdem: Wenn ein Anleger in Hotels investieren will, legt er sich Aktien von Four Seasons ins Depot. Ich weiß beim besten Willen nicht, warum er deshalb Gucci-Papiere kaufen sollte."

Dass Gucci auf Dauer seine Unabhängigkeit an den "Weißen Ritter" Pinault Printemps verlieren könnte, der den Konzern zwar vor einer feindlichen Übernahme durch den Konkurrenten LVMH bewahrte, aber dafür bis 2004 das gesamte Gucci-Kapital übernehmen will, fürchtet De Sole nicht: "Wir glauben keineswegs, dass Pinault seine Kaufoption einsetzen wird." Schließlich sei Gucci wesentlich mehr wert, als PPR den freien Aktionären angeboten habe. Heute koste das Gucci-Papier rund 96 Dollar, die Option belaufe sich auf 101,5 Dollar. "Warum sollten wir zwei Jahre schuften, um den Aktienkurs nur um 5 Dollar zu steigern? Wir sind doch nicht verrückt! Wir wollen die Aktie auf 150 Dollar bringen, das ist doch klar. Das würde nebenbei bemerkt auch Pinault freuen. Wenn wir das schaffen, ist die Option nichts wert und Gucci bleibt eine Public Company. Selbstverständlich wollen wir auch in Zukunft unser Business selbst managen", betonte der Gucci-Chef.

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