Chef-Posten bei Worldcom im Gespräch
Capellas verlässt Hewlett-Packard

Der Präsident des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard Co. (HP), Michael D. Capellas, scheidet beim zweitgrößten Computerkonzern der Welt aus. Er wolle andere Karrieremöglichkeiten wahrnehmen, teilte HP am Montag mit. HP wird den Präsidentenposten nicht wieder besetzen.

HB/dpa PALO ALTO/NEW YORK. Capellas (47) liegt im Rennen bei der Suche nach einem Konzernchef beim schwer angeschlagenen Telekommunikations Worldcom Inc. -Unternehmens vorn. Dies hatte das "Wall Street Journal" am Montag berichtet.

Capellas war früher Chef von Compaq Computer. Er hatte Compaq für 19 Milliarden Dollar an Hewlett-Packard verkauft. Capellas war bisher bei HP für das Tagesgeschäft zuständig. Hewlett-Packard wird weiter von Carly Fiorina geführt. Sie lobte Capellas für seine Leistungen bei der Fusion und der Integration von HP und Compaq. Nach Darstellung der HP-Chefin wurden sämtliche Integrationsziele erreicht oder übertroffen.

Capellas rechnet mit weiteren HP-Erfolgen. Er verwies auf die Integrationsfortschritte, die HP-Leistungen im Markt und auf die Stärke des Managementteams.

Worldcom-Chef John W. Sidgmore will seinen Posten an der Spitze des in den schlimmsten Bilanzfälschungsskandal und das größte US- Konkursverfahren verwickelten Unternehmens abgeben. Worldcom hat aber auch mit Dan Akerson verhandelt, dem Chef der XO Communications. Es wurden auch Gespräche mit Gary Forsee geführt, dem stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden der Telekom-Firma Bell South, schrieb die Zeitung.

Worldcom hat Bilanzfälschungen in Höhe von neun Milliarden Dollar zugegeben und steht zur Zeit in einem Konkursverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des US-Konkursrechtes, das eine Weiterführung der Geschäfte erlaubt.

Der ehemalige Worldcom-Chef Bernie Ebbers war im April unter dem Druck der Aktionäre und Gläubiger ausgeschieden. Er schuldet dem Unternehmen 415 Millionen Dollar (411 Mio Euro). Zwei Monate später hatte Worldcom die Bilanzbetrügereien zugegeben und war dann zum Konkursrichter gegangen. Sidgmore hatte das Unternehmen seither geführt. Worldcom ist die zweitgrößte US-Ferngesprächsfirma und der weltgrößte Betreiber von Internet-Netzwerken.

Worldcom könnte weitere Änderungen des Finanzergebnisses von mehr als neun Milliarden Dollar bekannt geben, hatte die "New York Times" am Montag berichtet. Die meisten US-Telefonunternehmen hätten trotz der Finanzprobleme Worldcom-Sparten oder die gesamte Gesellschaft kaufen wollen, berichtete die Zeitung. Es solle sich dabei um AT&T, SBC Communications und möglicherweise Verizon gehandelt haben. Worldcom wolle aber bis nach Beendigung des Konkursverfahrens, wahrscheinlich im kommenden Sommer, einen Verkauf mit ziemlicher Sicherheit ablehnen. Der Wert der Gesellschaft dürfte in einem Jahr größer sein als jetzt, erklärte Sidgmore der "New York Times" in einem Interview.

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