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Chefberater des Albaner-Führers Ibrahim Rugova erschossen

dpa PRISTINA/NEW YORK. Unbekannte Attentäter haben am Donnerstag im Kosovo den Chefberater des gemäßigten Albaner-Führers Ibrahim Rugova erschossen. Xhemail Mustafa sei vor seiner Wohnung in Pristina angegriffen worden und im Krankenhaus gestorben, sagte der Vizepräsident von Rugovas Partei LDK, Naim Jerliu. Der UN Sicherheitsrat - hatte in der Nacht zuvor die Angriffe albanischer Rebellen auf serbische Polizisten im Grenzgebiet zum Kosovo verurteilt. In einer Erklärung verlangte das Gremium einstimmig eine "umgehende Untersuchung, so dass die Täter bestraft werden können".

Der 46 Jahre alte Mustafa war Schriftsteller, Journalist und Sprecher der LDK. Augenzeugen berichteten, Mustafa sei von drei Schüssen in den Kopf getroffen worden. Die Tat setzte die Serie von Gewalttaten der letzten Tage im Kosovo fort. Am Mittwoch war in Pristina bei einem Bombenanschlag auf ein Büro des Vertreters Belgrads im Kosovo ein Serbe getötet worden.

Die Friedenstruppe KFOR sperrte am Donnerstag die Übergänge vom Kosovo in das südserbische Grenzgebiet, in dem die Albaner-Guerilla UCPMB am Tag zuvor nach Belgrader Angaben vier Polizisten getötet und mindestens 13 verletzt haben. Die KFOR beschlagnahmte im Kosovo einen Lastwagen mit Waffen für die Rebellen. Es sei eine ganze Ladung mit Granaten, Mörsern, Panzerfäusten und Munition entdeckt worden, als der Lkw illegal die Verwaltungsgrenze des Kosovos überqueren wollte, sagte ein Sprecher der US-Armee im Kosovo.

Es handele sich "offenbar um Material der UCK", der offiziell aufgelösten kosovo-albanischen Miliz. "Die UCPMB führt offenbar eine Offensive gegen jugoslawische Kräfte", sagte der Sprecher. Zehn Männer Mann in schwarzen Uniformen der UCPMB wurden festgenommen, als sie versuchten, in das Kosovo zurückzukehren.

Die jugoslawische Regierung hatte am Mittwoch von den UN sofortige Maßnahmen verlangt, um diese "kriminellen Taten" zu stoppen und die "albanischen Terroristen" zur Verantwortung zu ziehen. Sonst könne sehr schnell ein neuer Kriegsbrand in der ganzen Region ausgelöst werden. Belgrad denke auch über einen Armee-Einsatz in der Region nach. Die Friedenstruppe KFOR verurteilte die Gewalt, warnte Belgrad aber zugleich, es werde kein Bruch des Abkommens über den Rückzug der jugoslawischen Armee hinter die Pufferzone toleriert.

Nach Meldungen des Belgrader Radiosenders B-92 rückten die "albanischen Rebellen" im Konfliktgebiet weiter vor. Die serbische Polizei hatte zuvor ihre Stellungen in den besonders umkämpften Dörfern Konculj und Lucani geräumt. Die Autobahn nach Mazedonien war am Nachmittag unterbrochen.

Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica besuchte am Donnerstag Armee-Einheiten im südserbischen Grenzgebiet zum Kosovo. Unweit von Pirot habe er eine Militärübung beobachtet, meldete die Nachrichtenagentur Beta. Kostunica wurde von Verteidigungsminister Slobodan Krapovic, Innenminister Zoran Zivkovic und dem Generalstabschef Nebojsa Pavkovic begleitet.

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