Chefetage auf dem Prüfstand
Telekom-Vorstandskarussell dreht sich weiter

Nach der Berufung von Kai-Uwe Ricke zum Telekom-Chef werden im Unternehmen weitere Veränderungen im Vorstand erwartet.

dri BONN. Gestärkt wurde die Position von Finanzchef Karl-Gerhard Eick, ohne dessen Zustimmung Ricke während der anstehenden Konsolidierungsphase de facto wohl keine strategischen Entscheidungen treffen kann. Als sicher gilt ebenfalls, dass Josef Brauner, der heute die Festnetzsparten T-Com und T-Systems verantwortet, im Vorstand bleibt. Voraussichtlich wird René Obermann, der als sicherer Nachfolger von Ricke an der Spitze der Mobilfunksparte T-Mobile gilt, in den Vorstand nachrücken. Gerd Tenzer, der für die Netze des Konzerns verantwortlich ist, wird vermutlich auf seinem Posten bleiben.

Ricke hat bereits angekündigt, das operative Geschäft zu stärken. Seit Sommers Abgang wird auf den Telekom-Fluren bereits diskutiert, wie eine bessere Repräsentation der Sparten im Vorstand aussehen könnte. Ein Modell wäre, die Chefs von T-Systems, Christian Hufnagl, und T-Online, Thomas Holtrop, in den Konzernvorstand aufrücken zu lassen. Das Problem dabei: Der Verantwortungsbereich Brauners würde beschnitten - was niemand bei der Telekom will.

Zweifel gibt es aber auch an der Position Hufnagls angesichts des schlechten Abschneidens der T-Systems. T-Online wiederum trägt lediglich 8 % zum Umsatz bei; damit bringt Holtrop möglicherweise nicht genug Gewicht für das Konzern-Leitungsgremium mit.

Als so gut wie sicher gilt Telekom-intern allerdings, dass Max Hirschberger, der Vorstand für Strategie und Recht, sowie Jeffrey Hedberg, Vorstand International, ihre Posten verlieren dürften: Ihre Ressorts gelten als verzichtbar. Die Aufgabe des US-Amerikaners Hedberg, Akquisitionen in den USA zu verhandeln, ist seit dem Kauf von Voicestream erledigt. Und Hirschberger galt immer nur als aufgewerteter Büroleiter Sommers.

Unklar ist zurzeit ebenfalls, ob Heinz Klinkhammer Personalchef bleibt: Ihm werfen Telekom-Manager vor, zu viel Rücksichten auf die Gewerkschaft Verdi genommen und den notwendigen Arbeitsplatzabbau verschleppt zu haben.

Quelle: Handelsblatt

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