Chefetage soll für den Kurssturz der T-Aktie verantwortlich sein
Telekom-Vorstand steht Scherbengericht bevor

Die Vorstandsriege der Deutschen Telekom AG muss sich auf der Hauptversammlung am Dienstag mit scharfer Kritik der auseinandersetzen. Aktionärsvertreter machen die Chefetage für den Kurseinbruch der T-Aktien verantwortlich.

ddp/vwd BERLIN. Die Vorstandsriege der Deutschen Telekom AG muss sich auf der Hauptversammlung am Dienstag mit scharfer Kritik der Kleinaktionäre auseinandersetzen. Im Mittelpunkt werden die Initiativen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) stehen, der Spitze des Bonner Konzerns die Entlastung zu verweigern. Die Aktionärsvertreter machen den Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer und seine Vorstandskollegen für den Kurseinbruch der T-Aktien von gut 72 Euro Anfang Juni 2000 auf knapp 27 Euro am vergangenen Freitag verantwortlich. Die Verbände kritisieren neben zu hohen Ausgaben für die UMTS-Lizenzen und den Kauf des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream insbesondere das Verhalten des Vorstands in der sogenannten Immobilienaffäre. Zu der Veranstaltung in Köln werden Tausende Anteilseigner erwartet.

Eine Reihe von Pflichtverstößten und Fehlern

DSW und SdK kreiden dem Vorstand eine Reihe von Pflichtverstößen und Fehlern bei den Vorgängen um die Berichtigung des Immobilienbuchwertes um rund 3,9 Milliarden Mark an. Diese hatte den Gewinn für das Geschäftsjahr 2000 erheblich verringert. Die Aktionärschützer sind davon überzeugt, dass die Anleger bei der dritten Aktienemission vorigen Sommer draufgezahlt haben: Wäre das Anlagevermögen schon damals abgewertet worden, dann wäre auch die T-Aktie billiger zu haben gewesen. Klarheit in die Immobilienangelegenheit will die DSW mit einer Sonderprüfung bringen. Dazu wurde ihr das Stimmrecht für fast eine halbe Million Aktien übertragen. Für die Annahme ihres Antrages ist die einfache Mehrheit nötig. Da der Bund als dominierender Gesellschafter den Vorstoß abblocken kann, fordert die DSW seine Stimmenthaltung.

Ron Sommer zeigte sich im Vorfeld der Hauptversammlung gelassen. Er glaube nicht, dass "die Emotionen hochkochen", sagte er dem Magazin "Der Spiegel". Die Anträge auf Nicht-Entlastung seien nicht nachzuvollziehen: "Wir haben ein sehr gutes Jahr hinter uns - trotz des schwierigen Umfelds", betonte Sommer.

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