Chefin und Blindenhund führen 40-Jährigen aus schwankendem Turm
Blinder Kolumbianer rettet sich aus 71. Etage des Trade Centers

Seine Chefin und sein Blindenhund führten den 40-Jährigen aus dem schwankenden Turm in Sicherheit. Wenige Minuten nach seiner Flucht stürzte der Turm in sich zusammen.

afp BOGOTA. Mit Unterstützung seines Hundes hat sich ein blinder Kolumbianer über die Nottreppe aus dem 71. Stockwerk des New Yorker World Trade Centers gerettet. "Mein Hund lief zwischen meinen Beinen die Treppe hinunter, meine Chefin Ann stützte mich auf einer Seite, mit der anderen Hand hielt ich mich am Geländer fest", erzählte Omar Eduardo Rivera am Donnerstag im kolumbianischen Radio Caracol. Der 40-jährige Ingenieur hatte 13 Jahre lang im World Trade Center gearbeitet und ist seit einem Jahr blind.

"Es war gerade kurz vor neun, als einer meiner Kollegen schrie: 'Was macht denn das Flugzeug da?'», berichtete er. In der nächsten Sekunde habe eine gewaltige Explosion das Gebäude erschüttert und der ganze Turm sei ins Schwanken geraten. Sein Hund habe ihn auf den Gang gezogen. Seine Chefin hakte ihn unter und führte ihn zur Fluchttreppe. "Es war das totale Chaos. Überall war Rauch, es roch nach Benzin, der Boden war rutschig von Wasser und Kerosin." Alle paar Schritte hätten sie anhalten müssen. "Ich dachte, der Turm müsste jeden Moment einstürzen - Betonstücke prasselten auf uns nieder, die Treppe war fast nicht mehr begehbar. In den untersten Etagen wurde es immer schlimmer." Wenige Minuten nach Riveras Flucht stürzte der Turm in sich zusammen.

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