Chefsekretärin gewinnt Prozess
Am Firmencomputer Bewerbung geschrieben: Keine sofortige Kündigung

dpa FRANKFURT/M. Die private Nutzung des Firmencomputers rechtfertigt ohne vorherige Abmahnung keine Kündigung des Arbeitnehmers. Darauf hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem Prozess zwischen einer Chefsekretärin und einem Pressevertrieb hingewiesen. In einem Vergleich habe das Unternehmen die Zahlung einer beträchtlichen Abfindungssumme zugesagt, teilte der Gerichtsvorsitzende am Mittwoch mit.

Nachdem es zwischen der Chefsekretärin und dem Geschäftsführer des Unternehmens offenbar zu Spannungen gekommen war, benutzte die Arbeitnehmerin den Firmencomputer, um ein Bewerbungsschreiben an eine andere Firma aufzusetzen. Der Pressevertrieb wertete dieses Verhalten der Mitarbeiterin als besonders dreist und kündigte das Arbeitsverhältnis fristlos.

Nach Auffassung des Gerichtsvorsitzenden ist der private Gebrauch von Büromaschinen oder Computern am Arbeitsplatz kein derart gravierendes Fehlverhalten, dass eine sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses geboten wäre. Dies gelte auch dann, wenn an dem Firmencomputer ein Bewerbungsschreiben für eine andere Firma verfasst werde. In jedem Fall müsse ein Unternehmen nach einem solchen Vorfall zunächst einmal eine Abmahnung aussprechen.

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