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Chefvolkswirt Walter: "Das ist ein Crash"

"Das ist ein Crash. Es hat keinen Sinn, dass wir da viel herumreden und das anders bezeichnen." Das sagte Prof. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutsche Bank, am Mittwoch nach dem Kursfall an den Weltbörsen

vwd FRANKFURT. Norbert Walter ist pessimistisch: "Das wird nach den Korrekturen beim Nasdaq-Index und im Dow ganz sicherlich Auswirkungen auf die Konsumausgaben in den USA haben. Es wird in Amerika und bei uns die risikoreichen Investitionen in der nächsten Zeit schwer machen und stark beeinträchtigen. Nicht nur in den USA, sondern auch bei uns. Dies wird überall dort, wo Nachholbedarf besteht bei risikoreichen Investitionen, also bei uns, schmerzhaft sein."

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank machte aber auch sofort deutlich, dass in Deutschland die Wertverluste ihrer Bedeutung nach nicht so groß sind, dass darunter der private Verbrauch leiden sollte. Mit Blick auf den Sturz des Deutschen Aktienindex (Dax) fügte Walter hinzu: "Ich verstehe nicht, dass die deutsche Industrie hier an der Börse jetzt auch eine 'über die Mütze' kriegt. Denn die deutsche Industrie ist gut ins neue Jahr gestartet, ihre Wettbewerbsfähigkeit ist gut, das sollte also besser laufen, hier sehe also nur, dass die Lemminge auch hier ausräuchern."

Und wie geht es weiter? Walter bleibt bei aller kritischen Sicht der aktuellen Lage über den Tag hinaus doch zuversichtlich: "Ich habe das Gefühl, der März ist der Monat, wo an den Märkten die letzten Optimisten abgeräumt werden. Und Anfang April, in der Osterzeit werden wir Boden finden und Auferstehung feiern." Und was werden und müssen die Geldpolitiker der Fed in den USA und der EZB im Euroland tun ?

Für Amerika hat der Kurseinbruch Relevanz, deshalb erwartet der Chefökonom der Deutschen Bank bei der Fed weitere Zinssenkungen. Mit Blick auf die EZB meint Walter: "Ich würde mir hier die Zinssenkung nicht wünschen, hier finde ich, dass die Geldmarktsätze richtig sind und die langfristigen Zinsen auch. Wenn die Amerikaner um weitere 100 Basispunkte senken und die Fed Funds bei 4,50 % sind, dann senkt die EZB auch, irgendwann im zweite Quartal."

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