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Chelsea-Star Mutu gibt Kokain-Doping zu

Fußball-Profi Adrian Mutu hat den Konsum von Kokain bestätigt und damit für den zweiten Drogen-Fall beim FC Chelsea in weniger als zwei Jahren gesorgt - pikanterweise soll Coach José Mourinho den Test persönlich angeordnet haben.

dpa LONDON. Fußball-Profi Adrian Mutu hat den Konsum von Kokain bestätigt und damit für den zweiten Drogen-Fall beim FC Chelsea in weniger als zwei Jahren gesorgt - pikanterweise soll Coach José Mourinho den Test persönlich angeordnet haben.

Der 25 Jahre alte rumänische Nationalmannschafts-Kapitän verzichtete nach einem Gespräch mit der Vereinsführung des englischen Champions-League-Teilnehmers sowie Verantwortlichen der Vereinigung der Berufsfußballer (PFA) auf die Öffnung der B-Probe. "Adrian Mutu wird nicht mit einem zweiten Test fortfahren. Er ist positiv getestet", teilte PFA-Chef Gordon Taylor mit.

Die Online-Ausgabe der englischen Boulevardzeitung "The Sun" berichtete unterdessen am selben Tag, dass Mourinho, mit dem Mutu nach diversen Vorfällen zerstritten ist, den Doping-Test veranlasst haben soll. Nachdem Mutu beim Premier-League-Spiel am 11. September bei Aston Villa (0:0) nach seiner Einwechslung zur Pause enttäuscht hatte, kam er im Champions-League-Match drei Tage später bei Paris St. Germain nicht zum Einsatz. Am folgenden Tag schwänzten Mutu und zwei weitere Spieler das Training. "Mourinho hat mich daraufhin angerufen und gefragt, wo sich Mutu verletzt habe; zu Hause oder auf der Bank? Mourinho war außer sich und hat den Drogen-Test angeordnet", zitierte "The Sun" den Mutu-Berater Ioan Becali.

"Mutu ist am Boden zerstört", erklärte Gheorghe Popescu, ein weiterer Berater des für seinen exzentrischen Lebensstil bekannten Stürmerstars. Britische Medien hatten zuvor das Ergebnis des Tests öffentlich gemacht. Mutu, dem Mourinho-Vorgänger Claudio Ranieri vor der Saison in einem Dossier an den neuen Coach bereits vorwarf, ein "schwerer Junge" zu sein und ausgiebig dem Nachtleben zu frönen, reiste daraufhin von Italien aus zurück in die englische Hauptstadt.

Rumäniens Sportler des Jahres 2003 hofft, durch sein Eingeständnis vor der schnellstmöglichen Anhörung beim englischen Fußball-Verband FA auf mildernde Umstände und mit lediglich der Mindeststrafe von einem halben Jahr Sperre davonzukommen. "Es ist sehr schwierig vorherzusehen, was dabei passiert, aber wir müssen eine klare Unterscheidung zwischen sozialen und leistungssteigernden bzw. -fördernden Drogen machen", forderte PFA-Chef Taylor.

"Wenn der Spieler die Schuld akzeptiert und wenn er sich bereit erklärt, entsprechende Rehabilitations-Maßnahmen zu unternehmen sowie sich regelmäßigen Kontrollen zu unterziehen und sauber zu bleiben, gibt es eine größere Sympathie für ihn", meinte Taylor weiter. Zu Beginn des Jahres war jedoch der englische Nationalverteidiger Rio Ferdinand von Manchester United für acht Monate gesperrt worden, nachdem er einen Doping-Test verpasst hatte.

Um seinen hoch dotierten Arbeitsplatz - laut "The Sun" kassiert Mutu rund 85 000 Euro in der Woche - muss der Angreifer nun mehr denn je zittern. Nachdem Torwart Mark Bosnich des Kokain-Konsums im April 2003 überführt und das Ergebnis im Januar bekannt geworden war, kündigte der FC Chelsea den Vertrag mit dem Australier.

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