Chelsea und Valencia stark
Titelverteidiger enttäuscht im heimischen Stadion

Auftaktsiege für die Favoriten, Ernüchterung beim Titelverteidiger: Zwar blieb der FC Porto auch im zwölften Champions-League-Spiel in Serie ohne Niederlage, doch nach dem armseligen 0:0 gegen den ZSKA Moskau behandelten die Fans ihre Mannschaft wie Verlierer.

HB HAMBURG. Mit gellenden Pfiffen verabschiedeten die 39 000 Zuschauer im Dragao-Stadion ihr Team und trauerten den "Verflossenen" nach: Meistermacher Jose Mourinho, der im Sommer mit den National- Verteidigern Paulo Ferreira und Ricardo Carvalho zum FC Chelsea gewechselt war, stimmten sich mit einem 3:0 bei Paris St. Germain auf das in zwei Wochen angesetzte Gruppenduell mit ihrem Ex-Club ein.

"Das Schlimmste an dem Spiel war das Ergebnis", urteilte indes Portos neuer Coach Victor Fernandez nach der Partie, in der die Gastgeber zwar besser waren, aber immer wieder am überragenden Torhüter Igor Akinfejew scheiterten. "Wir hatten die Russen an der Leine und haben sie wieder vom Haken gelassen", trauerte Fernandez den vergebenen Chancen hinterher.

Eitel Freude herrschte dagegen in Chelsea, nur nicht bei Robert Huth. Der von Mourinho bisher noch überhaupt nicht berücksichtigte deutsche National-Verteidiger musste sich erneut mit der Rolle des Zuschauers begnügen. Die Akzente setzten stattdessen Abwehrrecke John Terry mit dem 1:0 sowie der zweifache Torschütze Didier Drogba aus der Elfenbeinküste. "Ich schäme mich für alle Fans, die ins Stadion gekommen sind", entschuldigte sich PSG-Trainer Vahid Halihodzic, der nach fünf sieglosen Spieltagen in der französischen Meisterschaft und dem internationalen Fehlstart immer mehr unter Druck gerät, bei den 40 000 Zuschauern.

In der Gruppe G untermauerte Werder Bremens Kontrahent FC Valencia mit dem ungefährdeten 2:0 über den RSC Anderlecht seine Favoritenstellung. Noch eindrucksvoller behauptete sich Geheimfavorit FC Barcelona in einer Nachtschicht mit 3:1 bei Celtic Glasgow, das nach drei Jahren und 19 Spielen erstmals wieder eine Europacup- Niederlage im Celtic-Park hinnehmen musste. Schiedsrichter Markus Merk pfiff die Partie mit rund 30 Minuten Verzögerung an, weil viele der 60 000 Zuschauer wegen eines defekten Drehkreuzes vor dem Stadion nicht rechtzeitig zu ihren Plätzen kamen. Anschließend sahen sie eine katalanische Demonstration der Stärke, die ausgerechnet der langjährige Celtic-Stürmerstar Henrik Larsson mit dem Treffer zum 3:1 abschloss. Taktvoll vermied der Schwede jede Jubelgeste.

Dagegen feierte Clarence Seedorf vom Gruppengegner AC Mailand ausgelassen sein spätes Siegtor in der 84. Minute zum mühevollen 1:0 bei Schachtjor Donezk. "Dieser Sieg ist ein gutes Zeichen", meinte der Niederländer, dessen Team sich trotz zahlenmäßiger Überlegenheit nach der Gelb-Roten-Karte gegen Dario Srna (53.) schwer tat. "Was für ein Zittern", stöhnte Vize-Präsident Adriano Galliani, "das Beste war das Ergebnis".

Das gilt auch für Jens Lehmann und den FC Arsenal, der sich in der Gruppe F zu einem 1:0-Arbeitssieg gegen PSV Eindhoven mühte. Trainer Arsene Wenger hatte hingegen Verständnis für die Vorstellung seiner Mannschaft. "Es war ihr viertes Spiel in zehn Tagen, und einige hatten das Trauma vom Fehlstart in der vergangenen Saison noch in Erinnerung", meinte Wenger mit Blick auf die 0:3-Heimpleite vor fast genau einem Jahr gegen Inter Mailand.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%