Chemie-Börse Chemplorer versteigert künftig über Portum-Plattform
Internet-Marktplatz knackt Milliardengrenze

Das Frankfurter Unternehmen Portum hat sich auf die betreute Versteigerung von Aufträgen und Waren auf elektronischen Marktplätzen spezialisiert. Ein Service, der nachgefragt wird. Im vergangen Jahr brachte Portum Aufträge im Wert von mehr als einer Milliarde Mark unter den Hammer.

HB FRANKFURT/M. "Weder die Idee noch das Verfahren sind neu", gibt Gerald Heydenreich, Vorstandssprecher der Frankfurter Portum AG unumwunden zu. Das Unternehmen hat sich auf Online-Auktionen für Unternehmen spezialisiert. Doch E-Commerce-Marktplätze für den Handel zwischen Unternehmen (B2B) gibt es inzwischen viele, und auch an Dienstleistern, die Auktionen und Ausschreibungen auf diesen Marktplätzen ausrichten, mangelt es nicht. Doch durch eine Mischung aus Internet-Technologie, Dienstleistungen und persönlicher Betreuung der Kunden will sich Portum neben Konkurrenten wie der Hamburger Goodax oder der Kölner Econia seinen Platz in einem boomenden Markt sichern.

"Bis 2005 wird das Volumen der über B2B-Marktplätze gehandelten Güter und Dienstleistungen auf über eine Billion Euro ansteigen", schätzt die B2B-Spezialistin Julie Meringer, vom Marktforschungsinstitut Forrester. Einen Boom erwarten Marktforscher im Bereich des elektronischen Einkaufs von Unternehmen, denn die Kosten der Online-Beschaffungen liegen deutlich unter denen des konventionellen Einkaufs. Portum hat im vergangenen Jahr Waren für rund 1 Mrd. DM unter den Hammer gebracht. Schätzungsweise 0,5 bis 2 % davon kann der Versteigerer als Provision behalten.



Doch ganz so einfach wie die Bestellung einer Musik-CD oder die Buchung einer Flugreise für Private ist der Einkauf im Internet für Unternehmen nicht: "Industriegüter lassen sich kaum katalogisieren, da neben der Qualität und dem Preis auch die zeitliche Verfügbarkeit der Güter ein große Rolle spielen", sagt Heydenreich. Wichtig ist für B2B-Versteigerer vor allem fundiertes Wissen über die gehandelten Waren und Leistungen. Unter den 70 Mitarbeitern sind deshalb zahlreiche ehemalige Einkäufer aus verschiedenen Branchen.



Zudem "sorgt ein Zulassungsverfahren dafür, dass alle Bieter genau über das Verfahren und den Ablauf der Online-Auktion Bescheid wissen", erläutert Frank Mattes, im Portum-Vorstand für die Strategie des Unternehmens zuständig. Die Investitionen in die Schulung der Kunden zahlen sich langsam aus: "Viele Einkäufer haben inzwischen mehrere Online-Versteigerungen hinter sich, was die Vorbereitungszeit von Auktionen verkürzt", sagt Mattes.



Auch einer der großen elektronischen Marktplätze für die chemische Industrie, Chemplorer, hat sich jetzt für Portum als Versteigerungsplattform entschieden - für Portum ein wichtiger Schritt, denn ähnlich wie bei den Internet-Providern steht den elektronischen Marktplätzen eine Konsolidierungswelle bevor. Experten schätzen, dass von heute rund 1 000 B2B-Marktplätzen in Europa im Jahr 2005 nur noch 50 übrig sein werden. Als Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Höchst und der Deutschen Telekom hat Chemplorer finanzkräftige Industriekonzerne im Rücken.

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