Chemie- und Anlagenbaukonzern
MG stellt sich auf schwieriges Jahr ein

Der Frankfurter Chemie- und Anlagenbaukonzern MG Technologies rechnet angesichts des anhaltend rauen Konjunkturklimas und der Gefahr eines Irak-Krieges mit einem schwierigen Geschäftsjahr 2003.

Reuters FRANKFURT. "Unser neues Geschäftsjahr 2003 ist gerade vier Wochen alt. Leider bietet es wenig Anlass für Optimismus", sagte Konzernchef Kajo Neukirchen am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Die MG wolle sich daher vor allem darauf konzentrieren, den Konzern weiter zu stärken und Effizienz und Ertragkraft zu erhöhen. Der Konzern wolle erneut ein hohes Ergebnisniveau erreichen, sagte Neukirchen. Eine konkrete Prognose ließe sich angesichts der konjunkturellen und weltpolitischen Unsicherheiten nicht treffen. Seinen Aktionären will die Mg ferner für das vergangene Geschäftsjahr 2001/02 (Ende September) eine unveränderte Dividende von 0,25 Euro zahlen.

Tal noch nicht durchschritten

"Wenn wir ein leichtes Umsatzwachstum haben können, dann sind wir ziemlich gut", sagte der für seine konsequente Renditeorientierung bekannte Konzernlenker. Augenblicklich könne er aber keine Bodenbildung bei der Konjunktur erkennen. Die Investitionen sollen daher maximal so hoch ausfallen wie die Abschreibungen. Mittelfristig habe der Konzern aber seine Renditeziele von fünf Prozent Umsatzrendite und 14 Prozent Kapitalrendite weiter im Blick. Komme der Konjunkturaufschwung im nächsten Jahr, wolle die MG diese Ziele relativ kurzfristig erreichen.

Hohe Aufträge verspricht sich der Frankfurter Traditionskonzern für 2003 im Bereich Biokraftstoffe. "Wir haben begründete Hoffnungen, dass wir im laufenden Geschäftsjahr im Bereich Biodiesel und Bioethanol einen Auftragseingang im Wert von mehreren hundert Millionen Euro buchen können." Für einen Großauftrag seien die Verträge bereits unterschrieben, an der Finanzierung werde noch gearbeitet. Experten rechneten bis zum Jahre 2010 in Europa mit etwa hundert und in den USA mit etwa 60 neuen Anlagen zur Herstellung von Biokraftstoffen.

Noch keine konkreten Zahlen zum Rumpfgeschäftsjahr

Der MG-Konzern hatte unlängst vom gebrochenen Geschäftsjahr auf die Kalenderjahrbilanzierung umgestellt und ein Rumpfgeschäftsjahr von Oktober bis Ende Dezember 2002 eingelegt. Zur Entwicklung in den drei Monaten nannte der Konzern noch keine konkreten Zahlen. Die Mg bekräftigte lediglich frühere Aussagen, dass die operative Geschäftsentwicklung nicht weit vom Niveau des ersten Quartals 2001/2002 entfernt liegen werde. Damals hatte der Konzern bei einem Umsatz von 1,89 Milliarden Euro ein Ergebnis vor Steuern von 50,2 Millionen Euro erwirtschaftet.

Bei den Neuaufträgen verzeichne der Großanlagenbau einen Zuwachs von 38 Prozent über dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Tochter Gea habe indes das rückläufige Energieausrüstungsgeschäft in den USA zu spüren bekommen. Mit der Umstellung auf die Kalenderjahrbilanzierung hatte der Konzern unlängst auf Steueränderungspläne der Bundesregierung reagiert.

Kosteneinsparungen erst 2004 voll wirksam

Zum laufenden Kostensenkungsprogramm hieß es, die Verbesserung der Prozesse in den indirekten Bereichen werde fortgeführt. Die Mg will nach früheren Angaben durch die Sparmaßnahmen ihre Kosten um rund 100 Millionen Euro senken. Diese Entlastung werde aber erst im Jahr 2004 voll wirksam. Früheren Angaben zu Folge sollen durch das Sparprogramm rund 1000 Stellen wegfallen, davon rund die Hälfte in Deutschland. Die Restrukturierungskosten bezifferte Neukirchen auf etwa 20 Millionen Euro.

Ferner sagte der MG-Chef, der geplante Verkauf der Distributions-Tochter Solvadis gestalte sich schwierig. "Wir wollen aber nicht unter Buchwert verkaufen", betonte Neukirchen. Zu möglichen Kooperationen im Anlagenbau hieß es, die Mg habe zwei Möglichkeiten geprüft. Beide hätten aber nicht funktioniert. Namen nannte die Mg indes nicht. Seine Zahlen zum Rumpfgeschäftsjahr 2002 will der Konzern nun am 26. März veröffentlichen.

Die im MDax notierte MG-Aktie lag am Mittag 2,64 Prozent im Minus bei 5,89 Euro.

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