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Chemie- und Bergbaukonzern RAG künftig auch EnergierieseDPA-Datum: 2004-07-16 15:50:31

(Berichtigung: Im ersten Absatz, letzter Satz wurde die Umsatzsumme korrigiert: 2,2 Milliarden rpt Milliarden Euro (statt: Millionen). Im dritten Absatz wurde klargestellt, dass bei Saar Energie nur ein Teil des Energiegeschäfts gebündelt wird.)

(Berichtigung: Im ersten Absatz, letzter Satz wurde die Umsatzsumme korrigiert: 2,2 Milliarden rpt Milliarden Euro (statt: Millionen). Im dritten Absatz wurde klargestellt, dass bei Saar Energie nur ein Teil des Energiegeschäfts gebündelt wird.)

(dpa-AFX) Essen/Saarbrücken - Mit der Bündelung der Energiesparte bei seiner Tochter Steag kommt der Essener Chemie- und Bergbauriese RAG AG bei seiner Umstrukturierung einen weiteren wichtigen Schritt voran. Zum 1. Oktober vereine der bisherige Kraftwerksbauer Steag alle deutschen Energieaktivitäten und werde mit einem Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro fünftgrößter deutscher Energiekonzern, sagte ein RAG-Sprecher am Freitag in Essen.

Die Steag verantwortet künftig die RAG-Geschäftsbereiche deutsche Kraftwerke, Ferngas, Fernwärme und Energiedienstleistungen. Zu den fünf RAG-Säulen zählen nun die Chemie, der Bergbau, das internationale Kohlegeschäft, die Immobilien und die Energiesparte. Insgesamt beschäftigt der Konzern 100 000 Mitarbeiter und setzt 20 Milliarden Euro jährlich um.

Das Energiegeschäft fasst der Konzern zum Teil in der neuen Tochter "Saar Energie AG" unter strategischer Führung der Steag zusammen. An der Steag kann zudem der Versorger RWE (Essen), der Strom Energie von Steag-Kohlekraftwerken bezieht, als Option einen größeren Anteil erhalten. Die Tochter RAG Saarberg wird aufgelöst. Die neue Saar Energie AG mit rund 1900 Beschäftigten und einem geschätzten Jahresumsatz von 250 Millionen Euro wird ihren Sitz in Saarbrücken haben. Die Gewerkschaft IG BCE hat die Neustrukturierung begrüßt. Es würden keine Arbeitsplätze verloren gehen.

Im Zuge des Erhalts von 10.000 Arbeitsplätzen im Saarland, den Bergbau eingeschlossen, verlangt die RAG einem Zeitungsbericht zufolge als Gegenleistung Steinkohle-Subventionen von der Landesregierung. Ministerpräsident Peter Müller habe bei einem Telefonat mit RAG-Chef Werner Müller den Abschluss eines Rahmenabkommens über die Sicherung der rund 10 000 Jobs an der Saar gefordert und der RAG-Chef im Gegenzug auf eine Beteiligung des Landes an den Subventionen gepocht, berichtet die "Financial Times Deutschland" am Freitag.

Die RAG lehnte dazu eine Stellungnahme ab. Am Wochende trifft sich die Führungsspitze des Konzerns in München zu ihrer jährlichen internen Tagung, an der auch Bundeskanzler Gerhard Schröder teilnehmen werde, sagte ein RAG-Sprecher.

Das Saarland war anders als das größere Kohleland Nordrhein- Westfalen Ende der 90er Jahre aus der Finanzierung der Steinkohle ausgestiegen. Den Löwenanteil der für 2006 bis 2012 beschlossenen Staatshilfen von insgesamt knapp 16 Milliarden Euro trägt der Bund.

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