Chemiebranche drängt nach China
Im Reich der Mitte stimmt die Chemie

Der sich rasant entwickelnde chinesische Markt ist auch für Chemiekonzerne ein großer Hoffnungsträger. Die Branche richtet ihre Erwartungen an künftige Wachstums- und Gewinnsteigerungen auf China.

HB FRANKFURT. Mit Milliardeninvestitionen setzt die Chemieindustrie immer mehr auf das Reich der Mitte, während hier zu Lande für das kommende Jahr nur ein moderater Aufschwung der Branchenkonjunktur erwartet wird.

"China ist der Wachstumsmarkt schlechthin und der große Hoffnungsträger für die Chemieindustrie", sagt Chemie-Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Die meisten Experten gehen zwar davon aus, dass China allein die Brachenkonjunktur nicht nach oben ziehen kann. Dennoch verspricht gerade der chinesische Markt für den Industriezweig enorme Wachstumspotenziale. Deutsche Branchengrößen wie BASF, Bayer und Degussa sind dabei, sich dort zu positionieren und von China aus künftig auch die asiatische Region mit ihren Erzeugnissen zu beliefern.

In den vergangenen Jahren ist in China die Industrialisierung stark vorangeschritten und beschert der Bevölkerung zunehmend mehr Wohlstand. Zudem öffnete sich das bevölkerungsreichste Land der Welt internationalen Investoren. Branchen wie der Automobilbau oder die Elektroindustrie versuchen dort Fuß zu fassen. Davon profitiert insbesondere die Chemiebranche, die praktisch alle Industriezweige mit ihren Erzeugnissen beliefert.

"Die Basischemie mit ihren Massenchemikalien produziert in großen Mengen und da spielen die Kosten eine entscheidende Rolle", begründet Stegemann den Drang der Konzerne nach China. Allein die Lohnkosten liegen um ein Vielfaches unter denen in Deutschland. Daneben mildert die Einbindung großer Investitionen in Gemeinschaftsunternehmen bestehende Risiken wie geringe Transparenz und Rechtsunsicherheit für die Konzerne. Nach Angaben des Chemiedachverbandes VCI sind mehr als 2000 deutsche Firmen in China vertreten. Rund 190 der in China investierten Firmen sind Töchter deutscher Chemieunternehmen.

Nach Angaben der Gesellschaft für chemische Technik und Biotechnologie e.V. (Dechema) macht derzeit die Chemieindustrie im Reich der Mitte etwa zehn Prozent des dortigen Bruttoinlandsprodukts aus. Die Produktion chemischer Erzeugnisse wächst mit einer Rate von etwa acht bis neun Prozent im Jahr. Zum Vergleich: Hier zu Lande kommt die Chemieproduktion 2003 gerade einmal auf ein mageres Wachstum von 0,5 %. Für 2004 erwartet der VCI ein Produktionsplus von 1,5 %.

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