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Chemiekonzern Degussa stärkt Position in Japan

Das Unternehmen will von Umbrüchen auf Asiens Chemiemärkten profitieren.

bas TOKIO. Der Spezialchemiekonzern Degussa baut sein Geschäft in Japan aus. Zusammen mit dem Pharma-Unternehmen Shionogi gründet Degussa ein Joint Venture für Industriechemikalien. Die künftige Tochter des RAG-Konzerns (früher Ruhrkohle) wird mit 51 % die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen halten. Über seine Vertriebskanäle wolle Degussa den Anfangsumsatz mit Exporten in asiatische Nachbarländer von 3 Mrd. Yen (22 Mill. Euro) schnell steigern, sagte Degussa-Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht.

Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll der Anteil Asiens am weltweiten Umsatz von Degussa (11,8 Mrd. Euro) von derzeit rund 14 % auf 28 % steigen. In Japan setzt die Degussa-Gruppe umgerechnet knapp 470 Mill. Euro um.

Trotz großer Wirtschaftsprobleme bleibe Japan für Degussa eine Wachstumsregion, betonte Felcht. Auch wenn die japanische Wirtschaft in den kommenden Jahren nicht zulege, wolle Degussa im mittleren einstelligen Prozentbereich über Marktverdrängung wachsen. Bei Zusätzen für Lebensmittel oder Kosmetika könne Degussa ebenso zulegen wie bei Feinchemikalien. Weitere Kooperationen und Zusammenschlüsse schließt Degussa nicht aus. Andere deutsche Chemieunternehmen wie Bayer oder BASF verdienen auch gut in Japan und wachsen über Verdrängung.

Den ausländischen Anbietern kommen die Umbrüche in Japan zu Gute. Die heimischen Pharma- und Chemieanbieter sind häufig zu klein, um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben und die hohen Forschungskosten zu schultern. Zudem ist ihr Engagement häufig auf Japan beschränkt. So sind sie gezwungen, ihr Kerngeschäft über Kooperationen, Gemeinschaftsunternehmen und Zusammenschlüsse zu stärken - und trennen sich von anderen Geschäftsbereichen, was für manchen ausländischen Anbieter zur guten Gelegenheit werden kann.

Das Beispiel von Shionogi, mit einem Umsatz von rund 2,1 Mrd. Euro einer der zehn größten Pharmaproduzenten des Landes, zeigt, wie sich Japans Chemie- und Pharmaunternehmen auf Kernbereiche konzentrieren, um profitabel und wettbewerbsfähig zu bleiben. Vor zwei Jahren verkaufte der Marktführer für Antibiotika sein verlustreiches Großhandelssegment. Im vergangenen Jahr übernahm Boehringer Ingelheim das Tiermedizingeschäft.

Auch wenn in den vergangenen zehn Jahren schon eine umfangreiche Konsolidierung stattgefunden hat, erwarten Marktbeobachter wie die Analysten der Rating-Agentur Standard & Poor?s weitere Zusammenschlüsse. Wie problematisch Firmenehen sind, zeigt die jüngst geplatzte Fusion von Mitsui und Sumitomo Chemicals. Mit dem Zusammenschluss wollten beide Unternehmen zu einem der "globalen Führer der Chemieindustrie" aufsteigen. Sie hätten Marktführer Mitsubishi Chemical (13,6 Mrd. Euro Umsatz) überholt. Doch nach einer dreijährigen Vorbereitungszeit scheiterte der Zusammenschluss daran, dass sich beide Seiten nicht über die Anteilsverteilung am neuen Unternehmen einigen konnten.

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