Chemiekonzern hat kein Interesse an Bayer-Pharma
Akzo Nobel plant Zukauf bei Tiermedizin

Dies sagte Finanzvorstand Fritz Fröhlich bei einem Gespräch mit Journalisten. Der geplante Zukauf könne eine Volumen zwischen 500 Mill. und 1 Mrd. Euro haben, ergänzte er.

DÜSSELDORF. Akzo Nobel ist im Geschäft mit Tier-Arzneien mit einem Umsatz von 1,1 Mrd. Euro weltweit die Nummer drei. "Wir wollen besonders das Geschäft mit Mitteln für Haustiere stärken", sagte Fröhlich. Viele Menschen gäben für die Gesundheit ihrer Haustiere immer mehr Geld aus.

Anbieter von Tier-Arzneien stellen beispielsweise Pillen gegen Flöhe und Wurmbefall sowie Impfstoffe her oder bieten Mittel gegen Parasitenbefall bei Nutztieren an. Akzo spekuliert darauf, dass sich große Pharmakonzerne von der Tiergesundheit trennen und sich auf die Humanmedizin konzentrieren. Neben Akzo sind Pharma-Weltmarktprimus Pfizer (USA), Bayer sowie die Schweizer Novartis AG in dem Geschäft führend.

Nach Informationen des Handelsblatts kann sich Novartis zwar eine Trennung von seiner Sparte vorstellen, sie steht aber nicht auf der Tagesordnung. Der Konzern ist bei der Haustierversorgung stark vertreten und machte 2001 in der gesamten Tiergesundheit einen Umsatz von umgerechnet 651 Mill. Euro.

Fröhlich betonte, dass derzeit keine Gespräche über einen größeren Zukauf geführt würden. Akzo Nobel will neben der Tiergesundheit auch die Farbensparte durch Zukäufe stärken, in der das Unternehmen mit einem Umsatz von 5,6 Mrd. Euro Weltmarktführer ist.

Wichtigster Motor für Gewinn und Wert des Gesamtkonzerns soll aber die Pharmasparte bleiben, zu der die Tiergesundheit gehört. Akzo ist in der Humanmedizin neben Schering mit Anti-Babypillen sowie anderen Hormonmitteln für die Frau führend. Zudem bietet der Konzern Medikamente gegen Depressionen an. Zuletzt ist Akzo mit der Zulassung neuer Mittel mehrfach an der US-Behörde FDA gescheitert. Eine der wichtigsten Neueinführungen, das Antidepressivum Gepirone, kommt nach Fröhlichs Worten erst Ende 2004 auf den Markt.

Akzo wird an der Börse auch als möglicher Partner für das Pharmageschäft der Bayer AG gehandelt, die mit einem Konkurrenten kooperieren will und sogar bereit ist, die Führung in einem Pharma-Joint- Venture abzugeben. Fröhlich signalisierte jedoch kein Interesse: "Zu uns würde nur ein Anbieter passen, dessen Produkte unser Angebot gut ergänzen", sagte er. "Davon gibt es nicht viele." Bayer ist weder im Geschäft mit Antidepressiva noch im dem mit Hormonmitteln tätig.

Neben Bayer und der belgischen Solvay ist Akzo eines der letzten Konglomerate aus Chemie- und Pharmageschäften. Nach Fröhlichs Worten steht eine Aufspaltung derzeit nicht an. Sie sei aber auch nicht ausgeschlossen, falls Akzo sehr viel Geld für eine Übernahme brauche und sich deswegen von anderen Teilen - etwa aus dem Chemiegeschäft - trennen müsste. Derzeit ist die Chemiesparte immer noch Cash-Lieferant für die beiden Wachstumssparten Pharma und Coatings. Fröhlich: "Die Synergien des Unternehmens liegen in der Konzernkasse."

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