Chemikalien-Distribution wird selbstständig
Vopak spaltet sich in zwei Unternehmen

Der weltgrößte Öl- und Chemikalienverlader Vopak N.V. wird die Chemikalien-Distribution in ein börsennotiertes Unternehmen ausgliedern. Der Rotterdamer Konzern kündigte an, sich ab Juli voll auf Öl-Lagerung und Logistik zu konzentrieren.

 

sbe BRÜSSEL. Vorstandschef Gary Pruitt hofft, durch die getrennte Notierung eine insgesamt höhere Bewertung an der Börse zu erreichen. Die Finanzlage der Unternehmen will er zuvor durch eine Ausgabe von Aktien im Wert von 150 Mill. Euro verbessern.

Die Aktionäre sollen über diese Schritte auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Mitte Juni entscheiden. Der Kurs der Vopak-Aktie stieg an der Amsterdamer Börse deutlich und lag über dem für die Emission geplanten Preis von 20 Euro. Die mit 39 % an Vopak beteiligte Investmentfirma HAL sagte zu, die Emission voll zu garantieren.

Vopak ist durch die Fusion der Verladeunternehmen Pakhoed und Van Ommeren Ende 1999 entstanden. Die Aufspaltung werde diese Fusion nicht rückgängig machen, betonte Pruitt. Durch den Zusammenschluss sowie den Kauf von Ellis & Everard sei ein Weltmarktführer mit der nötigen kritischen Masse entstanden. Die Aufteilung sei nötig, weil es zwischen den Geschäftsbereichen nicht genügend Synergien, aber zu große Unterschiede in Konjunkturabhängigkeit, Kapitalintensität, Finanzierungsbedarf und Vertragslaufzeiten gebe.

Vopak dominiert als Öl-Verlader mit einem Anteil von 24 % den Weltmarkt. Das kapitalintensive, wenig konjunkturabhängige Unternehmen mit einem Umsatz von 811 Mill. Euro hatte 2001 eine Bruttoumsatzrendite von 29 %. Es übernimmt zwei Drittel der durch die Expansion der Distribution entstandenen Schulden von 1,5 Mrd. Euro. Dies ist Analysten zufolge unproblematisch, da die Logistik wegen des hohen Marktanteils aus kartellrechtlichen Gründen ohnehin nur aus eigener Kraft wachsen könne.

"Die Distribution aber hat mit einer Verschuldung von nur 450 Mill. Euro eine ausreichend starke Bilanz, um das derzeitige Konjunkturtal gut durchzustehen und weiter zuzukaufen", bestätigte ING-Analyst Arian de Graaf die Einschätzung von Pruitt. Die Sparte setzte 2001 rund 4,8 Mrd. Euro um, erzielte aber nur ein Betriebsergebnis von 82 Mill. Euro. Sie sei mit einem Weltmarktanteil von 7 % zwar Marktführer in den USA und Nummer zwei in Europa, sei aber in dem stark zyklischen Geschäft auf Zukäufe angewiesen, sagte de Graaf.

Die Aufteilung von Vopak folgt zwei Jahren voller Gewinnwarnungen, Kurseinbrüche und Rücktritte. Im Februar war Vorstandschef Ton Spoor abgetreten, nachdem der Reingewinn 2001 von 160 auf 36 Mill. Euro eingebrochen war.

Quelle: Handelsblatt

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