Chemikalien waren harmlose Putzmittel
El Kaida-Festnahmen in Spanien erweisen sich als Reinfall

Die Festnahme von 16 angeblichen El-Kaida-Mitgliedern in Spanien, die vor einem Monat als ein großer Erfolg im Kampf gegen das Terror-Netz von Osama bin Laden gefeiert worden war, erweist sich immer mehr als Reinfall.

HB/dpa MADRID. Ein großer Teil der festgenommenen Algerier und Marokkaner werde wahrscheinlich noch in dieser Woche freigelassen, berichtete die Zeitung "El País" am Mittwoch. Den übrigen drohe eine Anklage wegen Urkundenfälschung, weil sie gefälschte Ausweise und Führerscheine bei sich hatten.

Das spanische Innenministerium hatte nach den Festnahmen am 24. Januar mitgeteilt, die Polizei habe "Substanzen zur Herstellung von Bomben und chemischen Kampfstoffen" sichergestellt. Bei Laboranalysen habe sich jedoch herausgestellt, dass die Chemikalien harmlose Putzmittel seien, berichtete das Blatt.

Die Polizei hatte sich bei ihrer Großrazzia vor einem Monat, bei der 150 Beamte im Einsatz waren, auch auf Erkenntnisse französischer Fahnder berufen. Danach sollten die Nordafrikaner in Frankreich im Verdacht gestanden haben, im Dezember 2000 an Plänen zu einem Terroranschlag auf die Kathedrale in Straßburg beteiligt gewesen zu sein. Die französische Justiz teilte den Spaniern jedoch mittlerweile mit, dass gegen die Männer nichts vorliege und Frankreich auch nicht deren Auslieferung beantragen werde.

Spaniens Ministerpräsident José María Aznar hatte die Festnahmen in der Region nordostspanischen Katalonien damals dazu benutzt, seine harte Haltung im Irak-Konflikt zu untermauern. "Was heute in Katalonien geschehen ist, sollte vielen Menschen eine Mahnung sein", sagte Aznar nach der Polizeiaktion. "Wir sprechen (im Zusammenhang mit Massenvernichtungswaffen) nicht von hypothetischen oder entfernten Gefahren. Wir sprechen von etwas, das wir direkt vor uns haben."

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