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Cheney attackiert Kerry

Mit einem scharfen Angriff auf den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry hat US-Vizepräsident Richard Cheney die heiße Phase des amerikanischen Wahlkampfs eingeläutet.

dpa NEW YORK. Mit einem scharfen Angriff auf den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry hat US-Vizepräsident Richard Cheney die heiße Phase des amerikanischen Wahlkampfs eingeläutet.

Auf dem Parteitag der Republikaner in New York nahm Cheney am Mittwochabend unter donnerndem Applaus die Nominierung für eine zweite Amtszeit an. Zum Abschluss des Konvents wurde am Donnerstag mit Spannung die Rede von Präsident George W. Bush erwartet.

Nach Angaben von Mitarbeitern wollte Bush den Irak-Krieg als Baustein für einen friedlicheren Nahen Osten erneut rigoros verteidigen. Innenpolitisch wolle der Präsident für eine zweite Amtszeit vor allem neue Initiativen für bereits begonnene Programme ankündigen, darunter die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, die Schulreform und die Teilprivatisierung der Rentenvorsorge, hieß es.

In den ersten beiden Tagen des Parteikonvents in New York nahm die die Polizei bereits 1760 Demonstranten fest, so viel wie noch nie bei einem Parteitag in der Geschichte der USA, teilte der Sprecher des New Yorker Strafgerichts, David Bookstaver, am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Die tagelangen Anti-Busch-Proteste verliefen überwiegend friedlich. Nach den Massenfestnahmen am Dienstag - offiziellen Angaben zufolge 1191 - ließ die Polizei am Mittwoch Milde walten und sperrte nur noch 19 Teilnehmer von Protestaktionen ein.

Nach zwei Tagen, an denen der Parteikonvent ganz im Zeichen des Lobes von Bushs Führungsstärke stand, nahmen Cheney und der abtrünnige demokratische Senator Zell Miller am Mittwochabend Kerry scharf ins Visier. Cheney bezeichnete den Bush-Herausforderer als "konfusen und wankelmütigen" Politiker, der ständig seine Meinung ändere. Die Wahl am 2. November sei "eine der wichtigsten" in der US- Geschichte.

Die Ansichten von Bush und Kerry über die Rolle der USA in der Welt unterschieden sich erheblich. In seiner langen Amtszeit als Senator habe Kerry in Fragen der nationalen Sicherheit "immer wieder die falsche Richtung eingeschlagen". Selbst nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 habe Kerry nicht verstanden, dass sich die Welt verändert habe.

Noch schärfer griff Senator Miller seinen Partei- und Senatskollege Kerry an. Die Demokraten ignorierten aus parteipolitischen Gründen die großen Gefahren für die Sicherheit der USA. "Ich frage, welcher Führer heute die Vision, die Willensstärke und das Rückgrat hat, am besten meine Familie zu verteidigen. Die klare Antwort hat mich hier in diese Halle gebracht", sagte Miller.

Vor zwölf Jahren hatte er am gleichen Ort die Hauptrede bei der Nominierung von Bill Clinton zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten gehalten. Demokraten aus Georgia, dem Heimatstaat von Miller, distanzierten sich von dem Senator, der nächstes Jahr aus dem Amt scheidet. Miller habe keinerlei Absichten, aus der demokratischen Partei auszutreten, sagten Mitarbeiter.

Kerrys Vize John Edwards nannte den Auftritt Millers "traurig". "Da kam eine Menge Hass und Wut hoch. Ich wünschte mir, (Miller und andere Kerry-Kritiker) würden genauso wütend über die Millionen Menschen reden, die unter Bush ihre Arbeit und ihren Krankenversicherungsschutz verloren haben", sagte er am Donnerstag.

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