Cheney wirft Edwards Wankelmut vor
Auch die Stellvertreter streiten über den Irak

Nach dem TV-Duell der großen Kontrahenten durften nun auch die Stellvertreter Dick Cheney und John Edwards ran - und es wurde deutlich, dass im US-Präsidentschaftswahlkampf das Thema Irak immer wichtiger wird.

HB WASHINGTON. Bei einer Wahldebatte in Cleveland im Bundesstaat Ohio lieferten sich der republikanische US-Vizepräsident Dick Cheney (63) und der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards (51) am Dienstagabend (Ortszeit) den erwarteten Schlagabtausch über das bessere politische Konzept für den Irak.

Edwards warf der US-Regierung vor, die Lage im Irak zu schönen. Er widersprach außerdem der Darstellung, wonach es eine direkte Verbindung zwischen dem gestürzten irakischen Staatschef Saddam Hussein und dem Terrornetzwerk von Osama bin Laden gegeben habe. Der 51-Jährige sprach sich dafür aus, so schnell wie möglich mehr irakische Sicherheitskräfte auch im Ausland auszubilden. Darüber hinaus müsse das Tempo beim Wiederaufbau erhöht werden, damit die Iraker greifbare Ergebnisse sehen könnten. Außerdem müssten mehr Alliierte an die Seite der USA gebracht werden.

Cheney zeigte sich optimistisch, dass sich der Erfolg im Irak als Kombination aus freien Wahlen und der Bildung einer demokratischen Regierung sowie der weiteren Ausbildung von Sicherheitskräften einstellen werde. Nach den Worten Cheneys ist Welt sicherer geworden, seit Ex-Präsident Saddam Hussein im Gefängnis sitzt.

Die Debatte war nach der jüngsten Kritik des ehemaligen US-Zivilverwalters Paul Bremer sowie Äußerungen von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zum Irak mit Spannung erwartet worden. Außerdem gilt Cheney als einer der stärksten Vizepräsidenten in der US-Geschichte und als einer der entschiedensten Befürworter innerhalb der US-Regierung für den Krieg gegen den Irak.

Vizepräsident Cheney hielt während der 90 Minuten langen Debatte Edwards vor, seine politischen Positionen mehrfach gewechselt und bei einer Vielzahl von Sitzungen und Abstimmungen im US-Senat gefehlt zu haben. Der 63-jährige Cheney strich außerdem seine langjährige Erfahrung im Staatsdienst heraus. Präsidentschaftskandidat John Kerry und Edwards hätten bei Verteidigungsfragen immer auf der falschen Seite gestanden, sagte Cheney.

Im Gegenzug griff Edwards wie erwartet den Vizepräsidenten wegen dessen Verbindungen zum texanischen Ölservice-Konzern Halliburton an. Cheney sei Vorsitzender des Konzerns gewesen, als Halliburton Geschäfte mit eingeschworenen Feinden der USA gemacht habe, sagte Edwards. Außerdem seien unter der Präsidentschaft von US-Präsident George W. Bush und Vizepräsident Cheney erstmals seit 70 Jahren mehr Arbeitsplätze verloren gegangen als geschaffen worden.

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