Chief Executive überrascht Analysten der Wall Street mit der Vorhersage hoher Wachstumsraten - Mitbewerber 3Com spricht Gewinnwarnung aus
Chambers sieht Cisco vor seinen Konkurrenten

Der Markt der Netzausrüster ist hart umkämpft. Traditionelle Telekom-Lieferanten wie Nortel Netwoks und Lucent Technologies leiden unter der sinkenden Investitionsbereitschaft der Carrier. Cisco Systems aus San Jose könnte dank eines breiteren Angebotes der Gewinner sein.

ruk PALO ALTO. John Chambers ist Optimist. Auf der jährlichen Finanzkonferenz versuchte der Chef des Marktführers unter den Netzausrüstern die etwa 500 Analysten von der Wall Street davon zu überzeugen, dass Cisco Systems auch im nächsten Jahr auf starkem Wachstumkurs bleibe. Während die Konkurrenten in den letzten Wochen Gewinnwarnungen ausgeben mussten, sah Chambers keinen Grund, die hohen Wachstumsraten nach unten zu korrigieren.

Erst im November hatte der umtriebige Cisco-Chef verkündet, dass er für das Geschäftsjahr 2001, das Anfang August begonnen hatte, eine Umsatzsteigerung von 50 % bis 60 % gegenüber dem Umsatz des Jahres 2000 von 18,3 Mrd. $ (29.7.) erwarte. Dabei profitiere der Anbieter von dem breiten Produktspektrum. In den nächsten 18 bis 24 Monaten würden 24 Produktlinien mit einem Umsatzpotential von jeweils 1 Mrd. $ dafür sorgen, dass sich Cisco von seinen Konkurrenten deutlich absetzten könne. Bisher hatte Cisco 12 Produktlinien im Angebot.

Mit dieser optimistischen Botschaft hatten die Analysten nicht gerechnet. Sie hatten angesichts der zahlreichen Einbrüche bei den Wettbewerbern erwartet, dass auch Cisco-Chef Chambers seine Erwartungen zurückschrauben würde. Zu Beginn dieser Woche musste auch der benachbarte Konkurrent 3Com aus Santa Clara eine Gewinnwarnung ausgeben. Als Grund wurde ein rückläufiges Investitionsverhalten von Internetdienstleitern genannt.

3Com rechnet nun für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres, das am 1. Dezember endete nur noch mit einem Umsatz 765 Mill. $ bis 780 Mill. $. Ursprünglich war man von einem Umsatz von 870 Mill. $ bis 910 Mill. $ ausgegangen. Aus dieser Umsatzkorrektur von 10 % bis 16 % errechnet 3Com einen Proforma-Verlust von 19 Cent bis 23 Cent, während bisher ein Verlust von 7 Cent bis 9 Cent erwartet wurde.

Die Analysten an der Wall Street sind derzeit in ihrer Einschätzung zu Cisco gespalten. So sieht Paul Johnson von der Investmentbank Robertson Stephens Cisco in nächster Zeit mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Für Johnson ist Cisco zusammen mit den Mitwerbern Nortel und Lucent einer der "Gorillas von gestern", denen einer Reihe junger Konkurrenten wie etwa Juniper, Sycamore und Foundry auf den Fersen sind.

Juniper Networks, dem von Ciscos Konkurrenten gestützten Newcomer im Silicon Valley war es in den vergangenen zwei Jahren gelungen, im Marktsegment von Hochleistungsroutern Cisco Marktanteile abzujagen. Laut den Marktforschern der Dell?Oro Group konnte Juniper 30 % des Marktes besetzen, während Ciscos Anteil auf 68 % zurückging.

Für Analyst Michael Jung von SG Cowen dagegen ist Cisco nach wie vor in Front. Er stimmt dabei in seiner Einschätzung mit John Chambers überein, das Cisco durch unterschiedliche Produktpaletten für Unternehmen sowie Telekom-Carrier und Service Provider eben mehrere Eisen im Feuer habe. Eine Veränderung im Investitionsverhalten der einen oder anderen Gruppe sei daher leichter auszugleichen. Cisco schloss am Montag mit 45,81 $ um 2,69 $ im Minus und verlor damit seit dem Jahresbeginn 14 %.

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