Chief Learning Officer kennt die MBA-Angebote
Tipps vom Bildungs-Boss der Deutschen Bank

Der Chief Learning Officer sagt Handelsblatt-Lesern, woran sie ein gutes Business School-Programm erkennen.

Martin Möhrle, Chief Learning Officer (CLO) der Deutschen Bank, also hauptverantwortlich für die Fortbildung innerhalb des Finanzkonzerns, ist ein ungewöhnlicher Mann. Er hat an Wharton, einer der führenden US-Business Schools, studiert, dort aber keinen MBA gemacht, sondern promoviert. Möhrle hat auch einen ungewöhnlichen Job. Zwar sucht er für die Mitarbeiter der Deutschen Bank die besten Business School-Programme in aller Welt. 50 bis 60 Angebote hat der CLO im Intranet der Deutschen Bank aufgelistet. Doch die Mitarbeiter entscheiden selbst, welche sie besuchen: "Wir sind nur beratend tätig", sagt er.

Auch die Handelsblatt-Leser berät Möhrle und gibt exklusiv ein paar Tipps:

  • Die beiden vielleicht wichtigsten Auswahlkriterien für eine gute Fortbildung für Manager (Executive-Education-Programm) sind die Internationalität und die unterschiedliche Zusammensetzung der Teilnehmer. Eine Fortbildung lebt vom "peer learning", also vom Erfahrungsaustausch. Bevor man sich entscheidet, sollte man auch auf die Altersstruktur der Teilnehmer schauen, und darauf, in welchen Industriezweigen sie arbeiten. Je bunter die Mischung, desto mehr kommt dabei rüber. Deshalb empfehlen wir keine Programme in Deutschland.
  • Wichtig ist weiterhin die "faculty", also der Lehrkörper. Wer wissen will, was ihn erwartet, der sollte den Professor oder den Dozenten, der das Programm leitet, genauer anschauen, seinen Lebenslauf, seine Veröffentlichungen, seine "Denke". Dazu gibt es hinreichend Infos auf den Webseiten der Schulen.
  • Gute Executive-Education-Programme finden sich in der Regel bei Schulen, die auch ein gutes MBA-Programm anbieten. In Europa sind dies die französische Insead, die schweizerische IMD, und die englischen Schulen London Business School, Ashridge und Henley. In den USA haben Harvard, Columbia, Stern, Michigan, Darden und Duke den besten Ruf. Gute Anbieter ohne eigenes MBA-Programm sind das Aspen Institute und das Centre for Creative Leadership in den USA.
  • Die Qualitätsunterschiede zwischen den Programmangeboten von Schulen der ersten Liga sind bei General-Management-Programmen gering. Es gibt allerdings einen Einfluss des Standortes. Von ihm abhängig ist die geographische Zusammensetzung der Programmteilnehmer. So besuchen beispielsweise die University of Michigan Business School überwiegend Führungskräfte aus dem Mittleren Westen der USA.
  • Man sollte nicht jedes Executive-Education-Programm als Karriereturbo verstehen, nach dem Motto: Ich will mal Top-Manager werden, also gehe ich in ein Programm für Top-Manager. Dieser Reflex ist völlig falsch. Wer bisher als Spezialist gearbeitet hat und in die erste Führungsriege wechseln will, sollte ein Programm auswählen, das genau darauf vorbereitet.
  • Es ist ratsam, ein Programm zu wählen, das sich am Markt bewährt hat, das es also schon mehrere Jahre gibt. Ansonsten kann man auch ehemalige Programmteilnehmer nach ihren Erfahrungen fragen.
  • Wer die Programminhalte der Schule im Unternehmen umsetzen will, wie zum Beispiel für ein Projektmanagement, sollte sich für ein zweistufiges Programm entscheiden: Nach einem ersten Block Theorie kehren die Teilnehmer ins Arbeitsleben zurück. Dort erhalten sie möglicherweise von der Schule ein Coaching. Anschließend kehren sie noch einmal an die Schule zurück und können gemeinsam die Resultate auswerten.
  • Wer seine Teilnahme an einem Executive-Education-Programm selbst finanziert, kann sparen. In Europa bieten beispielsweise Ashridge und Henley, in den USA Michigan oder Tuck Programme an, die mit denen der Konkurrenz gleichwertig sind. Nur kosten sie 20 bis 30 Prozent weniger. Für das mittlere Management sind diese Business Schools völlig ausreichend.
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