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China meldet dramatische Zunahme von Aids-Fällen

Die chinesische Regierung hat am Donnerstag eine dramatische Zunahme von Aids-Fällen bekannt gegeben. Bis zu 850 000 Chinesen seien mit Aids infiziert und bis zu 100 000 könnten an der Immunschwäche gestorben sein, meldete die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua.

ap PEKING. Offiziell bestätigt seien 30.736 Infektionen, bei 1 594 Kranken sei die Krankheit voll ausgebrochen. Das sei ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, die Schätzung liege sogar 40 Prozent über dem Vorjahr. Drogensüchtige machten 68 Prozent der Infektionen aus. Schlechte Hygiene bei Unternehmen, die auf dem Land Blutspenden aufkauften, machten 9,7 Prozent der Fälle aus, hieß es weiter. Das sind die bisher konkretesten Angaben über die Verbreitung des Aids-Virus durch die Blut verarbeitende Industrie.

Im vergangenen August hatte das Gesundheitsministerium eingeräumt, dass in dem mittelchinesischen Dorf Wenlou 43 Prozent der Einwohner durch Blutspenden infiziert wurden. Die chinesischen Behörden hatten jahrelang die Gefährdung durch Aids geleugnet. Erst im vergangenen November wurde die erste Aids-Konferenz abgehalten. Trotz des Kurswechsels scheuen sich noch immer viele örtliche Gesundheitsbehörden, die tatsächliche Zahl von Aids-Infektionen weiterzumelden, weil dies auf ein Eingeständnis von Rauschgift und Prostitution hinauslaufe.

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