Archiv
China richtet Mörder des Daimler-Managers hin

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, wurden die Mörder exekutiert, unmittelbar nachdem ein Gericht in Nanjing die Berufung gegen die Todesstrafe abgelehnt hatte.

Reuters PEKING. Die vier Mörder des DaimlerChrysler-Managers Jürgen Pfrang und seiner Familie sind am Dienstag in China hingerichtet worden. Die Angeklagten hatten im Prozess gestanden, den Manager, seine Frau und die beiden Kinder im April bei einem nächtlichen Einbruch in die Villa der Pfrangs in Nanjing getötet zu haben.

Pfrang hatte die mit Messern bewaffneten Einbrecher entdeckt, die sich in einem Zimmer der Villa versteckt gehalten hatten. Die Männer stachen den 51-jährigen Manager nieder und ermordeten dann dessen 39-jährige Frau Petra Pfrang sowie die 14-jährige Tochter Sandra und den zwölfjährigen Sohn Thorsten. Vor Gericht gaben die Täter an, in der Nacht zum 2. April aus Zufall in das Wohngebiet Jinling Royal Garden im ostchinesischen Nanjing geraten zu sein. Eigentlich hätten sie eine Bank oder einen Taxifahrer überfallen wollen.

Pfrang war Finanzchef des Joint-Venture Yaxing Benz Ltd, -Unternehmens an dem DaimlerChrysler 50 Prozent der Anteile hält. Der von den Angehörigen der Opfer beauftragte Anwalt Shao Weilin sagte nach der Hinrichtung, das Verfahren habe den chinesischen Gesetzen entsprochen, er habe eine Ablehnung der Berufung erwartet. Die Angehörigen der Opfer hatten den unabhängigen Anwalt eingeschaltet, weil sie befürchtet hatten, bei der Tat habe es sich um einen Auftragsmord im Zusammenhang mit Pfrangs beruflicher Tätigkeit gehandelt. Nach den Ergebnissen seiner Ermittlungen gab es darauf jedoch keine Hinweise.

Alle vier Mörder waren zum Zeitpunkt der Tat jünger als 24 Jahre. Nach chinesischem Recht kann die Todesstrafe vollstreckt werden, wenn der Verurteilte mindestens 18 Jahre als ist. Das Berufungsgericht bestätigte auch die Entscheidung der ersten Instanz, das Alter Liu Guangyuans wie in seinem Personalausweis angegeben mit 18 Jahren anzunehmen. Seine Mutter hatte vor Gericht ausgesagt, ihr Sohn sei zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt gewesen. Sie habe ihn wegen einer Grundstücksangelegenheit als älter angegeben.

Gewalt gegen Ausländer ist selten in China. Umso geschockter war die Ausländergemeinde in Nanjing über die Brutalität der Morde. Trotzdem hatten neben Deutschland auch Portugal, Frankreich und Schweden als frühere, gegenwärtige und künftige EU-Präsidialmacht an China appelliert, die Todesstrafen nicht zu vollstrecken. In der Europäischen Union (EU) ist die Todesstrafe abgeschafft. In China hingegen wurden im vergangenen Jahr mit mehr als 1000 mehr Menschen hingerichtet als in der übrigen Welt insgesamt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%