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China stürzt sich ins Abenteuer Formel 1

Schanghai (dpa) - Chinas brandneue Formel-1-Strecke in der Hafenmetropole Schanghai ist eine Erfolgsgeschichte: In einer Rekordzeit von gut 18 Monaten fertig gestellt, wird sie schon jetzt als modernste, aufwändigste und technisch anspruchsvollste Rennstrecke der Welt bezeichnet.

Schanghai (dpa) - Chinas brandneue Formel-1-Strecke in der Hafenmetropole Schanghai ist eine Erfolgsgeschichte: In einer Rekordzeit von gut 18 Monaten fertig gestellt, wird sie schon jetzt als modernste, aufwändigste und technisch anspruchsvollste Rennstrecke der Welt bezeichnet.

Nur eine kleine Schlagzeile über angeblich fehlende Blitzableiter ausgerechnet über der Haupttribüne sorgte vor ein paar Wochen kurzfristig für Aufregung. Vorbei und vergessen. Vor der feierlichen Eröffnung der vom Aachener Architekten Hermann Tilke konzipierten Rennstrecke am 6. Juni sind die Beteiligten voller Zuversicht. «In ein paar Jahren wird man die Formel 1 in einem Atemzug mit Schanghai nennen», sagt Jin Jianzhong, Direktor des Jiading-Distrikts, in dem die Strecke liegt.

Schiefgehen darf nichts. Das Einweihungswochenende ist eine Art Generalprobe für das am 26. September geplante Formel-1-Rennen. Die letzte Schicht Asphalt ist auf die 5,4 Kilometer lange Strecke aufgebracht, rote Fahnen beflaggen seitlich die Autobahn, die zur Rennstrecke außerhalb der Stadt führt. «6. Juni 2004 - Der erste Schritt zur Formel 1» steht darauf. Die Experten des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) inspizieren dieser Tage die Strecke ein letztes Mal. Geben sie wie erwartet Grünes Licht, kann es endlich losgehen.

Formel-1-Weltmeister Ferrari, in China das Sinnbild erfolgreichen Rennsports, bringt extra vier seiner Top-Rennwagen in die Stadt und wird das Wochenende dazu nutzen, einen Showroom feierlich zu eröffnen. Nachdem der sechsmalige Champion Michael Schumacher abgesagt hat, wird der österreicherische Ex-Rennfahrer Gerhard Berger eine Eröffnungsrunde auf dem neuen Circuit drehen; Ferrari-Teamchef Jean Todt macht ebenfalls seine Aufwartung. Außerdem soll eine Flotte von über 60 der schönsten Ferrari und Maserati-Sportwagen auf Schanghais Straßen paradieren, und Ferrari-Eigentümer werden Gelegenheit haben, die futuristische Rennstrecke gleich selbst auszuprobieren.

Um den in China noch relativ unbekannten Rennsport weiter zu vermarkten, wird gleichzeitig ein neues nationales Rennen aus der Taufe gehoben: Zum ersten Mal findet die so genannte «2004 China Circuit Championship» statt. Ausdrücklich an das chinesische Publikum gerichtet, sollen die Fans für einen recht moderaten Eintrittspreis von 160 Yuan (ca. 19 Dollar) chinesischen Formel Renault-Wagen beim Rennen zusehen. Allerdings starten die Veranstalter für den Anfang erstmal bescheiden. Nur 20 000 Tickets standen zum Verkauf, die Tribünen fassen insgesamt mehr als 200 000 Zuschauer.

Seit Juli vergangenen Jahres hat sich China auch darangemacht, langfristig ein eigenes Formel-1-Team auf die Beine zu stellen. Drei junge Renntalente sind bereits gefunden und sammeln erste Erfahrungen auch im Ausland. Als Sponsor wurde ein Reifenproduzent aus Singapur verpflichtet. Knapp zehn Millionen US-Dollar sollen über die nächsten drei Jahre in den Aufbau eines Teams fließen. «Irgendwann werden wir eigene Rennfahrer und ein eigenes Team haben», sagt Yu Zhifei, Vize-Chef der Schanghaier Strecke. Oder wie es kürzlich Formel-1-Chef Bernie Ecclestone formulierte: «Unter 1,3 Milliarden Menschen muss es einfach einen geeigneten Fahrer geben.»

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