China übernimmt keine Vermittlerrolle: USA und Nordkorea beginnen Gespräche über Atomstreit

China übernimmt keine Vermittlerrolle
USA und Nordkorea beginnen Gespräche über Atomstreit

Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm haben die USA und Nordkorea am Mittwoch in Peking ihre Gespräche aufgenommen, ein Durchbruch wurde aber nicht erwartet.

Reuters PEKING. Der US-Gesandte James Kelly traf in dem Gästehaus der chinesischen Regierung mit dem nordkoreanischen Unterhändler Li Gun zusammen. Gastgeber China soll Diplomaten zufolge dabei nicht als Vermittler tätig werden, sondern lediglich positiv auf die Verhandlungen einwirken. "Der Zweck dieser Gespräche ist es, einen Anfang zu machen, und uns zu erlauben die Maßnahmen zu einem überprüfbarem und unumkehrbaren Stopp der nordkoreanischen Atomprogramme darzulegen", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums in Washington. "Ich bin sicher, auch die Nordkoreaner werden ihre Position darlegen."

Nordkorea will die Zusicherung, dass die USA das Land nicht angreifen. Die USA wiederum wollen eine vollständige Einstellung der Atomprogramme Nordkoreas erreichen. Die USA haben wiederholt erklärt, keinen Militärschlag gegen Nordkorea zu planen. Die Spannungen hatten sich im Oktober verschärft, als Nordkorea nach US-Angaben eingestanden hatte, ein geheimes Programm zur Herstellung von hochangereichertem Uran für Atomwaffen betrieben zu haben.

Kein Durchbruch erwartet

In Diplomatenkreisen wurde nicht mit einem Durchbruch während des dreitägigen Treffens gerechnet. Der Rang des nordkoreanischen Vertreters sei zu niedrig, um weit reichende Entscheidungen zu treffen, hieß es. Als Ergebnis würden vermutlich nur weitere Gespräche vereinbart. "Selbst wenn Nordkorea den Außenminister schicken würde, würde es keinen Unterschied machen", sagte ein Politikexperte. "Eine Entscheidung muss in Pjöngjang getroffen werden."

US-Außenminister Colin Powell sagte am Dienstag in einer Talkshow im US-Fernsehen, die USA würden sich von nordkoreanischen Atomwaffen nicht einschüchtern lassen. Er wies zugleich Überlegungen zurück, wonach Nordkorea aus dem Irakkrieg gelernt haben könnte, dass Atomwaffen das Land vor einem US-Angriff schützen könnten. "Ich weiß nicht, was sie (Nordkorea) tun oder nicht tun könnten, aber das Eine, was sie nicht tun werden, ist uns einzuschüchtern. Und wir werden das sehr deutlich machen in diesen Diskussionen", sagte Powell in dem Interview, von dem das US-Außenministerium eine Abschrift veröffentlichte.

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