China und Südkorea plädieren für direkte Verhandlungen: USA: Nur multilaterale Verhandlungen mit Nordkorea

China und Südkorea plädieren für direkte Verhandlungen
USA: Nur multilaterale Verhandlungen mit Nordkorea

Japan und die USA haben sich im Atomstreit mit Nordkorea für multilaterale Gespräche ausgesprochen. Es sei keine Angelegenheit nur zwischen den USA und Nordkorea, da Pjöngjangs Atompläne die ganze Region und die Welt beträfen, sagte US-Außenminister Colin Powell am Sonntag zum Abschluss seines Besuches in Tokio. Dagegen drängen China und Südkorea die USA, der Forderung Nordkoreas nach direkten Verhandlungen nachzugeben.

HB/dpa TOKIO/PEKING. Powell will an diesem Montag in Peking mit der chinesischen Führung über deren Bemühungen in der Krise sprechen. Erst am Samstag hatte überraschend der nordkoreanische Parlamentschef, Kim Yong Nam, auf dem Weg zum Blockfreiengipfel in Malaysia in Peking Station gemacht. Die "Nummer Zwei" in Pjöngjang war der ranghöchste nordkoreanische Besucher in Peking seit Ausbruch der Krise um das Atomprogramm im Oktober.

Im Gespräch mit Kim Yong Nam sagte Außenminister Tang Jiaxuan, China wolle seine traditionell guten Beziehungen zu Nordkorea voranbringen, um "neue Fortschritte zu erreichen", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. Auch Nordkorea wolle "alle Anstrengungen unternehmen", um seine Beziehungen zu China zu entwickeln, sagte Kim Yong Nam. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

In Tokio hatte Powell am Vorabend mit Ministerpräsident Junichiro Koizumi und Außenministerin Yoriko Kawaguchi über Nordkorea und den Irak gesprochen. Der US-Außenminister schlug für Gespräche mit Nordkorea einen "Fünf-plus-Fünf"-Rahmen vor. Japan habe dazu "Variationen" eingebracht, sagte Powell. Japan teile seine Ansicht, eine Lösung in einem multilateralen Rahmen zu suchen.

Der Vorschlag der USA beinhaltet nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats - USA, Großbritannien, China, Frankreich und Russland - plus Australien, die Europäische Union, Japan, Südkorea und Nordkorea. Powell sagte, er habe mit dem japanischen Regierungschef Koizumi darin übereingestimmt, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm "nachprüfbar und unwiderruflich" abschaffen müsse.

Die Welt stehe bereit, Nordkorea bei seinen Problemen hinsichtlich der Wirtschaft und der Ernährung der Bevölkerung zu helfen. Diese Hilfe könne aber nur dann kommen, wenn Nordkorea seine Programme zur Erlangung von Atomwaffen abschaffe, sagte Powell. Der japanischen Agentur Jiji Press zufolge will Powell im Verlauf der Reise eine Fortsetzung der Nahrungsmittelhilfen an Nordkorea ankündigen. Dies habe Powell vor Reisebeginn zu Reportern auf dem Luftwaffenstützpunkt Elmendorf in Alaska gesagt. Washington wolle Lebensmittelhilfen nicht als politische Waffe einsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%