China und Tschechien zählen zu den Favoriten
Emerging-Market-Fonds setzen auf Telekomwerte

Die seit drei Jahren schwache Entwicklung der europäischen Aktienbörsen hat die Schwellenländer in den Blickpunkt von Fonds gerückt. "Wir bleiben für die Börsen der Emerging Markets sehr zuversichtlich", sagt Fondsmanager Cyrus Golpayegani von der zur österreichischen Raiffeisenbanken-Gruppe gehörenden Raiffeisen Kapitalanlagegesellschaft.

HB/vwd FRANKFURT/M. Der von ihm betreute Raiffeisen- Eurasien-AktienFonds A führt mit einem vergleichsweise bescheidenen Zwölfmonats- Wertverlust per Ende April von 7,68 % die Liste der 73 international investierenden Aktienfonds für Schwellenländerbörsen an.

Golpayegani konzentriert sich nach eigenen Angaben auf die Börsen in China und Osteuropa. Er setze auf überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum in den aufstrebenden Ländern und günstige Aktienbewertungen. In China habe er seit Ende Februar die in seinen Augen übertriebene Kursschwäche infolge der Lungenkrankheit Sars für Aufstockungen der Quote auf aktuell 33 % genutzt. Ein Favorit im Portfolio sei der landesweit führende Mobilfunkanbieter China Mobile, der mit einem Kurs/Gewinn- Verhältnis von zehn das am günstigsten bewertete Mobilfunk-Unternehmen im asiatischen Raum sei.

Gut für die Performance war Golpayegani zufolge die starke Übergewichtung russischer Aktien, die sich während der Turbulenzen an den Weltbörsen widerstandsfähig gezeigt hätten. "In der jüngsten Rally haben wir unsere Positionen in Russland reduziert", sagt er. Der Russland-Anteil sei von 50 auf 32 % verringert worden. Im Energiesegment favorisiere er die Ölgesellschaft Lukoil, mit 8 % Anteil das Schwergewicht im Portfolio. Der Grund: Dort sei das deutlichste Restrukturierungspotenzial im Sektor vorhanden. Mit Netto-Gewinnmargen um 20 % und jährlich zweistelligem Wachstum überzeugten ihn ferner die russischen Mobilfunkgesellschaften Mobile TeleSystems und Vimpelcom. Für zusätzliche Phantasie sorge die Schätzung, dass der Anteil der Handy-Besitzer in Russland bis 2005 von 17 auf 37 % steigen werde.

Gute Chancen bieten sich nach Einschätzung Golpayeganis am mit 8,5 % gewichteten türkischen Aktienmarkt. Auch an der Börse Istanbul favorisiert er mit Turkcell einen Telekommunikationswert, der ihn mit kräftigem Umsatz- und Gewinnwachstum überzeuge.

Mit Engagements an den globalen Emerging Markets erzielte der Kapitalfonds L.K.-Schwellenländer-Unterfonds ein Minus von 18,30 %. Damit belegt das Produkt der Fondsgesellschaft Luxemburger KAG Rang vier. Profitiert habe dieser Fonds von seinem wertorientierten Managementansatz, so Aktienexperte Patrick Wüest, der den Fonds betreut.

Der Fachmann der Vermögensverwaltungsfirma Grossbötzl, Schmitz & Partner Corporate Finance verlässt sich nach eigenen Angaben in der Anlagepolitik vor allem auf die Auswahl der richtien Länder. Eine Durchschnittsaktie habe in einem preiswerten Markt in der Regel eine höhere Performance als eine Spitzenaktie in einem überbewerteten Markt.

Auch der Kapitalfonds L.K.- Schwellenländer-Unterfonds ist prominent in Osteuropa vertreten. Mit einem Anteil von mehr als 16 % ist Tschechien laut Wüest das Länderschwergewicht im Portfolio. An der Prager Börse setze das Fondsmanagement verstärkt auf den Versorger CEZ und den Telekommunikationstitel Cesky Telecom, die mit Gewichtungen von jeweils über 6 % zu den größten Einzelwerten des Fonds gehörten. Der Slowakei-Anteil von 7 % werde fast ausschließlich über die mit 6 % im Portfolio vertretene Aktie der Ölgesellschaft Slovnaft abgedeckt.

In Asien setze der Fonds mit 12 % der Mittel auf Südkorea. Hauptengagement ist laut Wüest der Elektronikriese Samsung Electronics, der zudem mit einem Anteil von über 7 % der schwerste Einzeltitel im Portfolio ist.

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