Chinabesuch des japanischen Regierungschefs
Koizumi entschuldigt sich für Kriegsleiden der Chinesen

Der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi hat am Montag in Peking eine "aufrichtige Entschuldigung" für das Leiden ausgesprochen, das Japan dem chinesischen Volk während des Zweiten Weltkrieges zugefügt habe.

dpa PEKING. Als erster japanischer Ministerpräsident legte Koizumi in der Gedenkhalle an der Marco Polo-Brücke im Südwesten Pekings einen Kranz nieder, wo japanische Truppen 1937 mit einem Überfall die Invasion Chinas begonnen hatten.

"Ich betrachte die verschiedenen Ausstellungen mit Gefühlen der aufrichtigen Entschuldigung und des Beileids für jene Chinesen, die Opfer der Aggression geworden sind", sagte Koizumi nach einer Übersetzung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. "Wir dürfen nie wieder Krieg führen." Das sei die beste Antwort auf die Gefallenen. Koizumi versicherte, er wolle mit China ein ähnlich gutes Verhältnis entwickeln wie heute zum früheren Kriegsgegner USA.

Sichtbar zurückhaltend empfing Ministerpräsident Zhu Rongji seinen Amtskollegen, dessen eintägiger Kurzbesuch von der US-Militäraktion in Afghanistan überschattet wurde. Auch Staats- und Parteichef Jiang Zemin traf Koizumi. Das Verhältnis ist belastet, weil Koizumi gegen den Widerstand Pekings und Seouls im August den Tokioter Yasukuni-Schrein, in dem auch japanische Kriegsverbrecher verehrt werden, besucht hatte. Mit Argwohn betrachtet Peking auch Koizumis Bemühen, Japans Streitkräften eine größere Rolle einzuräumen.

Nach langem Zögern hatte Peking laut einem Bericht der Hongkonger "South China Morning Post" dem Besuch erst zugestimmt, nachdem Koizumi die Marco Polo-Brücke und die Entschuldigung als Programmpunkte zugesagt hatte. Angeblich soll er auch im Vorfeld versichert haben, den Schrein nicht wieder zu besuchen. Es ist der erste Besuch Koizumis in China seit seiner Amtsübernahme.

Vor seinem Abflug nach Peking hatte Koizumi noch US-Präsident George W. Bush in einem Telefongespräch seine starke Unterstützung für die Luftangriffe in Afghanistan zugesichert. Bush, der am 20. und 21. Oktober zum Gipfel des Asien-Pazifik-Forums (APEC) in Schanghai erwartet wird, bat Koizumi, Chinas Führung mitzuteilen, dass sich Washington eine nach vorn gerichtete Beziehung mit Peking wünsche, berichteten japanische Medien unter Hinweis auf Regierungsbeamte.

China reagierte zurückhaltend auf die US-Militäraktion und äußerte seine Hoffnung, dass "die betreffenden militärischen Angriffe gegen den Terrorismus auf spezifische Objekte zielen, um zu vermeiden, dass unschuldige Opfer getroffen werden". China lehne jede Form von Terrorismus ab und unterstütze die Resolutionen der UN-Generalversammlung und des Weltsicherheitsrates in dieser Hinsicht. China hoffe, dass Frieden "so schnell wie möglich wieder hergestellt wird", teilte das Außenministerium mit.

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