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Chinas Mobilfunkmarkt steht Welle neuer Wettbewerber bevor

Chinas Mobilfunk-Duopol muss sich auf deutlich mehr Wettbewerber gefasst machen als bislang erwartet: Pekinger Regierungsvertreter stellen die Zulassung einer Vielzahl neuer Anbietern in Aussicht. Das dürfte es internationalen Telekomkonzernen erleichtern, einen Fuß auf den nach Kunden größten Mobilfunkmarkt der Welt zu bekommen.

olm HONGKONG. Hochrangige Beamte des Ministeriums für die Informationsindustrie (MII) erklärten bei einem Treffen mit Analysten, es könne in Zukunft mehr als zehn Mobilfunkanbieter in China geben. Bei den meisten soll es sich um so genannte "virtuelle Netzwerkanbieter" handeln, die Kapazitäten mieten und weiterverkaufen. Das geht aus gerade veröffentlichten Reports von BNP Paribas und der Bank of China (BOC) hervor. Branchenkenner hielten bislang nur ein oder zwei neue Anbieter für wahrscheinlich. Su Jinsheng, Leiter der Telekom-Abteilung im MII, habe dies bei dem Treffen jedoch als "zu konservativ angesichts der Größe des Marktes in China" bezeichnet, berichtet BNP-Analyst Marvin Lo.

Die Bank of China erwartet, dass die neuen Anbieter ab 2003 an den Start gehen und dass einige von ihnen Gemeinschaftsunternehmen mit führenden internationalen Mobilfunkkonzernen sein werden. Virtuelle Netzwerkbetreiber gelten als interessant für Auslandsinvestoren, denn sie ermöglichen einen sofortigen Einstieg in den Markt ohne das finanzielle Risiko eines Netzwerkaufbaus.

China zählt derzeit 125 Mill. Handybesitzer, 40 % mehr als im Vorjahr. Den Kuchen teilen Marktführer China Mobile und Verfolger China Unicom bislang allein unter sich auf. Erst jeder zehnte Chinese besitzt ein Mobiltelefon, was Raum für beträchtliches Wachstum lässt. Branchenkenner rechnen seit langem damit, dass Peking spätestens mit der Einführung von Mobilfunkdiensten der dritten Generation (UMTS) Lizenzen an Marktneulinge vergeben wird. Die Ankündigung, virtuelle Netzwerkbetreiber zu erlauben, ist ein Zeichen dafür, dass die Regulierungsbehörde den Wettbewerb in dem riesigen Markt selbst unter drei oder vier Anbietern für unzureichend hält.

"Das MII will die Telefonkosten nach unten bringen, und dazu muss es mehr Anbieter zulassen", meint Indosuez-Analystin Leung. Als deren Joint-Venture-Partner sieht sie internationale Konzerne bald Schlange stehen.

Ein Jahr nach dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO, der Ende dieses Jahres erwartet wird, dürfen Ausländer mit 25 % bei Telekom-Unternehmen einsteigen, drei Jahre danach mit 49 %.

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