Chinesen verlieren Interesse
Transrapid erneut in schwerer Not

Die Magnetschwebebahn Transrapid, Vorzeigetechnologie des Thyssen-Krupp-Konzerns, steht vor der nächsten Schlappe.

DÜSSELDORF. Lange sah es so aus, als ob die Deutschen mit der hier zu Lande vor allem wegen ihrer hohen Investitionskosten heftig umstrittenen Super-Bahn ohne Räder in China reüssieren könnten - nicht zuletzt dank der Begeisterung des chinesischen Premiers Zhu Rongji. Doch je näher des Ende seiner Amtszeit kommt, desto geringer scheint das Interesse der Volksrepublik am potenziellen Technologiesprung von Rad und Schiene zur Schwebebahn zu werden.

Vermutlich haben auch im Reich der Mitte die nüchternen Rechner die Oberhand gewonnen. Oder die Realisten, die es für verfrüht halten, gleich Großprojekte in Magnetbahn-Technologie auszuführen. Und moderne Hochgeschwindigkeitslinien à la TGV, ICE oder Shinkansen bieten Alternativen.

So gibt es denn chinesische Stimmen, die den Transrapid als Fremdkörper in einer Eisenbahninfrastruktur sehen, weil er viele Passagiere zum Umsteigen zwingt. Ähnlich argumentieren hier zu Lande Gegner des Metrorapids, der als schnelle Regionalbahn zwischen Düsseldorf und Dortmund pendeln soll: Wer erst in die Schwebebahn umsteigen muss, hat in aller Regel den Zeitgewinn gegenüber einer direkten Bahn schon wieder verloren.

Angesichts der Nöte in China war es sicherlich kein Zufall, dass ein hochrangiger Thyssen-Repräsentant im Lande kürzlich den Chinesen einen weit reichenden Technologietransfer schmackhaft machen wollte. Die heftigen Dementis aus der Konzernspitze und auch der Schwur von Thyssen-Vorstand Eckhard Rohkamm, keinesfalls die Schlüsseltechnologie aus der Hand zu geben, werden angesichts des schwindenden Interesses am Transrapid immer unwichtiger: Wenn die Chinesen ihn nicht bauen wollen, brauchen sie auch die Blaupausen nicht.

Quelle: Handelsblatt

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