Chinesische Airline als neuer Partner im Visier
Zuwachs für „Star Alliance“

Die amerikanische Fluggesellschaft US Airways ist als 17. Mitglied in das weltgrößte Luftfahrtbündnis "Star Alliance" um die Deutsche Lufthansa aufgenommen worden. Dies beschlossen die Vorstandsvorsitzenden des Airline-Bündnisses am Samstag in Washington. Damit hat die Lufthansa neben der angeschlagenen United einen zweiten Partner in den USA gefunden.

HB/dpa WASHINGTON/FRANKFURT. Nach den Worten des Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Weber ist eine weitere Expansion geplant. Als nächster Kandidat sei sehr gut eine Fluggesellschaft aus China vorstellbar. Schon seit geraumer Zeit kooperiert die Lufthansa mit Air China. Die Fluglinien der "Star Alliance" bieten künftig 771 Ziele in 133 Ländern an - bisher waren es 700 in 128 Staaten.

Unterdessen kritisierte Weber die Bundesregierung wegen zunehmend schlechter Rahmenbedingungen für die deutsche Fluglinie. "Im wirtschaftlich schwärzesten Jahr für die internationale Luftfahrt seit einem Jahrhundert muss die Lufthansa in Deutschland mit zusätzlichen Kosten fertig werden, und es drohen immer neue Belastungen", betonte Weber am Freitagabend in einem dpa-Gespräch in Washington. Die Lufthansa (LH) trage im Unterschied beispielsweise zu den US- Fluglinien wesentlich die erhöhten Sicherheits-Aufwendungen mit; es drohten zudem weitere Belastungen.

Der LH-Vorstandsvorsitzende sagte ein Sterben der Billiganbieter im Fluggeschäft in Europa voraus. Rezession, Krieg und die Auswirkungen der Lungenkrankheit Sars bedrohten weltweit zudem viele Fluggesellschaften in ihrer Existenz, sagte Weber. Besonders benachteiligt sei die Minderheit unter den Fluglinien, die ohne staatliche Unterstützung überleben müssten. Mehr als die Hälfte der 300 in der Transport-Vereinigung IATA organisierten Gesellschaften könnten die kommenden zwei Jahre ohne Subventionen kaum überstehen. "Praktisch ist die Hälfte der Fluggesellschaften pleite", sagte Weber, der im Juni in den Aufsichtsrat der Lufthansa wechselt. Sein Nachfolger wird der LH-Vorstandsmitglied Wolfgang Mayrhuber (56).

Ihren 20 Aufsichtsräten will die Deutsche Lufthansa AG deutlich mehr Geld geben. Das Unternehmen bestätigte am Samstag in Frankfurt einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", demzufolge die Bezüge der Mitglieder um bis zu 166 Prozent steigen sollen. Das Unternehmen plant außerdem den personellen Umbau des Kontrollgremiums. Der Hauptversammlung am 18. Juni in Köln hat der Vorstand vorgeschlagen, die Grundbezüge der Aufsichtsratsmitglieder auf 20 000 Euro zu verdoppeln.

Außerdem sollen die an die Dividende gekoppelten variablen Vergütungen steigen. Nach den Berechnungen des "Spiegel" käme der neue Aufsichtsratsvorsitzende bei der geplanten Dividende von 0,60 Euro pro Aktie auf eine Gesamtvergütung von 165 000 Euro statt 62 000 Euro nach dem bisherigen Modell. Ein einfaches Aufsichtsratsmitglied bekäme 55 000 statt 31 000 Euro sowie erhöhte Sitzungsgelder. Gegen die Erhöhung regt sich Widerstand unter den Aktionären. Es liegt ein Antrag zur Hauptversammlung vor, der die Senkung der Bezüge verlangt.

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