„Chinesische Mauer“ überwinden
Hockey-Damen haben komplette Nation gegen sich

Die Kulisse fast komplett gegen sich, eine ganze Nation als Gegner: Auf dem Weg zum Gold müssen die deutschen Hockey-Damen eine "chinesische Mauer" bezwingen. Vier Jahre nach dem mitreißenden und nervenzerrenden Zittersieg im Siebenmeterschießen gegen China wollen die Olympiasiegerinnen von 2004 über den Gastgeber in das Endspiel einziehen

HB PEKING. Die Aussicht auf ein Halbfinale in brodelnder Atmosphäre kann Angreiferin Maike Stöckel nicht schrecken: "Das wird cool und richtig laut." Die Hockey-Damen von Trainer Michael Behrmann strotzen vor Selbstvertrauen. Auch Spielführerin Marion Rodewald, Verbliebene aus dem als "Wundertüten" verschrienen Gold-Team von Athen, ist vor der Partie an diesem Mittwoch nicht bange: "Wir werden den Chinesinnen gerade vor deren Publikum nichts schenken. Das zeichnet unsere Mannschaft aus: Dass sie selbstbewusst, konstant und mutig spielt." Die Vorzeichen für die Europameisterinnen stehen gut: Bei der Champions Trophy im Mai in Mönchengladbach gewannen sie gegen China 2:0. "Wir wissen also, wie es geht", kommentierte Behrmann gelassen.

Allerdings haben diesmal die Chinesinnen Hausrecht. Schon bei den Vorrundenpartien standen die Zuschauer wie eine Wand hinter ihren Spielerinnen.

In einer der letzten Testpartien vor den Spielen hatten die deutschen Damen noch mit 1:3 den Kürzeren gezogen. Doch das kann den Optimismus von Stephan Abel, Präsident des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), nicht schmälern: "Alle haben Respekt vor uns, weil sie wissen, dass wir gewinnen, wenn es drauf ankommt." Sechs Spielerinnen von Athen sind noch dabei. Anke Kühn, die mit ihrem Treffer zum 2:1-Endstand im Endspiel über die Niederlande die Hockey-Sensation und das erste deutsche Damen-Gold besiegelte, ist eine davon. "Wir versuchen, mit unserer Erfahrung die Mannschaft mitzuziehen. Als wir hier hingefahren sind, haben wir nicht den Druck gespürt, die Goldmedaille verteidigen zu müssen. Wir sind superglücklich in der Situation, in der wir uns befinden", sagte Rodewald vor dem neuerlichen Duell mit China zur "High-Noon-Zeit" im heimischen Deutschland.

Sollte die DHB-Auswahl wieder ins Finale einziehen und drei Stunden später die erfolgshungrigen Holländerinnen die "Löwinnen" aus Argentinien zähmen, käme es sogar zur Neuauflage des Athen-Finales.

Viel wird auf Torhüterin Kristina Reynolds ankommen. Die Hamburgerin brillierte bei ihren ersten Olympischen Spielen schon mit bravourösen Paraden. Klappen sollten auch wieder die Strafecken: In den ersten drei Partien mit einer Quote von 10:6 eine der entscheidenden Stärken, konnten Fanny Rinne & Co in den folgenden beiden Partien keine mehr nutzen.

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