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Chinesischer PC-Hersteller Lenovo plant große Übernahme - Presse: IBM

Der chinesische Computerhersteller Lenovo Group Ltd. will den Schritt ins Ausland wagen und verhandelt mit einem großen Konkurrenten über eine mögliche Übernahme. Gerüchten zufolge geht es dabei um die PC-Sparte des Computerriesen IBM .

dpa-afx NEW YORK. Der chinesische Computerhersteller Lenovo Group Ltd. will den Schritt ins Ausland wagen und verhandelt mit einem großen Konkurrenten über eine mögliche Übernahme. Gerüchten zufolge geht es dabei um die PC-Sparte des Computerriesen IBM . Mit diesem Schritt würde der chinesische Technologiekonzern, der bisher kaum außerhalb des Heimatmarktes China tätig ist, zum drittgrößten PC-Bauer der Welt.

Hintergrund für einen Zukauf ist der Griff Lenovos nach dem margenträchtigeren hohen Preissegment. Mit einem bekannten Markennamen wie IBM könnte sich Lenovo den Weg aus dem weniger lukrativen niedrigen Preissegment erleichtern, sagte Niki Chu, Analyst bei Sun Hung Kai in Singapur.

Lenovo Beklagt ?Irrationale Preiskonkurrenz?

Im November hatte Yang Yuanqing, Präsident und CEO von Lenovo, die "irrationale Preiskonkurrenz" seiner chinesischen Konkurrenten und den Einstieg ausländischer Anbieter in China für den Margenverfall in dem Geschäft verantwortlich gemacht. Damit leidet Lenovo unter einem ähnlichen Phänomen wie die amerikanischen Anbieter mit Ausnahme des Marktführers Dell , welcher sich dank seines Direktvertriebs von der Konkurrenz abhebt. Dell verfügt über 18 Prozent Weltmarktanteil. HP folgt mit 16 Prozent, IBM steht an dritten Stelle mit sechs Prozent. Lenovos Anteil von zwei Prozent stammt beinahe ausschließlich aus China.

Laut dem "Wall Street Journal" (Dienstagausgabe) wird Lenovo bis zu zwei Mrd. Dollar (1,6 Mrd Euro) für die Mehrheitsbeteiligung an dem PC-Geschäft von IBM zahlen. Das US-Unternehmen werde einen Minderheitsanteil halten. IBM könne aber an lukrativen Zusatzdienstleistungen und Finanzierungsgeschäften festhalten. Dies sei nur ein kleiner Teil des geschätzten Jahresumsatzes dieser IBM-Sparte von zehn Mrd. Dollar. IBM entwickelt und vertreibt seine PCs selbst, doch werden sie seit einigen Jahren von Auftragsherstellern gefertigt.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete unterdessen von einer vollständigen Übernahme der IBM-PC-Sparte. Lenovo werde die 1,5 Mrd. Dollar schwere Übernahme in bar und mit eigenen Aktien bezahlen. IBM dürfte im Gegenzug mehr als fünf Prozent der Anteile am chinesischen Mitbewerber erhalten, schreibt die "FTD" weiter.

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