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Chinesischer Satellit fällt auf Wohnhaus

Die Kapsel eines chinesischen Satelliten ist bei der Rückkehr zur Erde auf ein Wohnhaus gestürzt. Nach einer 18-tägigen Mission im Weltall sei die Raumsonde bei der Rückkehr am Freitag vom Kurs abgekommen. Verletzt wurde niemand.

dpa PEKING. Die Kapsel eines chinesischen Satelliten ist bei der Rückkehr zur Erde auf ein Wohnhaus gestürzt. Nach einer 18-tägigen Mission im Weltall sei die Raumsonde bei der Rückkehr am Freitag vom Kurs abgekommen. Verletzt wurde niemand.

Die Raumsonde durchschlug das Dach des vierstöckigen Gebäudes in Penglai in der südwestchinesischen Provinz Sichuan und zerstörte das Haus, berichteten die amtlichen Medien.

Eine Bewohnerin hatte nur fünf Minuten vorher den Raum verlassen, wo die Kapsel eingeschlagen ist. "Der Satellit landete in unserem Zuhause", sagte die Mieterin. "Vielleicht bedeutet das, dass wir dieses Jahr Glück haben werden." Ein Foto zeigte die etwa zwei Meter große, kesselförmige Kapsel zwischen eingestürzten Mauern sowie Trümmern aus Balken, Ziegeln und Steinen.

Das Teil gehörte zu einem wissenschaftlichen Satelliten, der Ende September vom Raumfahrtzentrum Jiuquan in der Provinz Gansu ins All geschossen worden war. Er diente der wissenschaftlichen Forschung, der geologischen Beobachtung und zu Vermessungen.

China hat vor einem Jahr erstmals einen eigenen Astronauten 14 Mal um die Erde fliegen lassen und nach einem Tag sicher zur Erde zurückgebracht. Als dritte Nation der Erde nach den USA und Russland, die aus eigener Kraft Menschen ins All bringen kann, plant China weitere bemannte Raumflüge.

Ins All geschossene Objekte wie Satelliten haben bei ihrer Rückkehr zur Erde mehrfach für Unruhe gesorgt. Bisher verliefen die Zwischenfälle glimpflich.

Aufsehen erregte 1978 der Absturz des mit einem Kernreaktor ausgerüsteten sowjetischen Spionage-Satelliten "Kosmos 954" in Kanada. Teile des Großen Sklavensees wurden nuklear verunreinigt. Die Sanierung kostete Mill. von Dollar. 1979 fielen Reste der US- Raumstation "Skylab" als feuriger Ball vom Himmel. Ein Trümmerteil erschlug in Australien eine Kuh.

Im November 1996 drohten Teile der außer Kontrolle geratenen Raumsonde der russischen Mission "Mars 96" in Australien aufzuprallen. Reste der sieben Tonnen schweren Raumkapsel mit 270 Gramm hochgiftigem Plutonium stürzten dann 1 300 Kilometer westlich von Südamerika in den Pazifik.

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