Chip-Hersteller bietet 12 Euro pro Aktie
Texas Instruments will Condat übernehmen

Der US-Halbleiterhersteller Texas Instuments(TI) will die am Neuen Markt gelistete Condat AG für insgesamt 108 Mill. Euro übernehmen.

Reuters FRANKFURT. Nach erfolgreicher Übernahme sei allerdings geplant, nur einen von drei Geschäftsbereichen des Anbieters drahtloser Kommunikationstechnologie zu behalten, was Texas Instruments letztendlich 60 bis 65 Mill. Dollar kosten werde, sagte die Pressereferentin von Texas Instruments Deutschland, Anke Pickhardt, am Freitag zu Reuters. Die restlichen zwei Bereiche würden von den Gründungsaktionären der Condat anschließend zurück gekauft. Zuvor hatten die Firmen mitgeteilt, Texas Instruments wolle den Condat-Aktionären ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von zwölf Euro je Aktie unterbreiten. Die Papiere der am Neuen Markt gelisteten Condat reagierten daraufhin mit einem Kurssprung von über 150 %.

Condat teilte weiter mit, Vorstand und Aufsichtsrat hielten das Angebot für fair und angemessen und würden den Aktionären die Annahme empfehlen. Die Gründer der Condat, die insgesamt 56,2 % der Anteile hielten, hätten einem Verkauf ihrer Aktien an TI bereits zugestimmt. Nach Angaben von Texas Instrument wird der US-Konzern nach erfolgreicher Übernahme lediglich den Bereich Wireless Communications Solutions von Condat behalten, die Bereiche System Integration und Mobilfunk-Testsysteme würden wieder ausgegliedert. Der Rückkauf der beiden Bereiche solle zeitnah nach der erfolgreichen Übernahme erfolgen.

Der von Texas letztendlich erworbene Bereich stelle Software für Mobiltelefone her, die die Funklogistik der Telefone steuere. "Wir haben gesehen, dass unser Kunde im Bereich Wireless alles aus einer Hand haben will, weswegen wir uns für den Kauf des Softwarebereiches entschlossen haben", sagte Pickhardt.

Nach Angaben von Condat-Sprecherin Daniela Köppe beträgt der Kaufpreis für die vorerst gesamte Übernahme rund 108 Mill. Euro. Die liquiden Mittel des Unternehmens beliefen sich derzeit auf 30 Mill. Euro. "Die Übernahme ist keine letzte Rettung für uns, wir sind mit TI schon länger über die Minderheitsbeteiligung verbunden und es war einfach ein attraktives Angebot", sagte Köppe weiter.

Die beiden Unternehmen verbindet den Angaben zufolge seit 1997 eine enge strategische Partnerschaft. Texas ist bereits seit März 2000 an der Condat beteiligt und hält einen Anteil von 10,9 %. Condat hatte Anfang der Woche mitgeteilt, seine bereits reduzierte Umsatzprognose für 2001 mit 28,7 Mill. Euro verfehlt zu haben. Der Verlust vor Zinsen und Steuern sei mit voraussichtlich 8,8 Mill. Euro um rund 1,2 Mill. Euro besser ausgefallen als zuletzt erwartet.

Die Aktie von Condat stieg nach der Mitteilung zu Börsenbeginn um über 150 % auf zeitweise 11,89 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hatte die Aktie über 70 % an Wert verloren.

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