Chip-Hersteller mit niedrigerem Netto-Gewinn
STM dämpft Hoffnung auf baldige Erholung

Mit einer vorsichtigen Umsatzprognose für das laufende Quartal hat der weltweit drittgrößte Chiphersteller ST-Microelectronics die Hoffnungen der Anleger auf eine schnelle Erholung des Technologiebereichs vorerst gedämpft.

Reuters MAILAND. Der Ausblick drückte Analysten zufolge den STM-Aktienkurs und zog die Titel der Mitbewerber ebenfalls ins Minus. Der gegenwärtige Stand der Auftragsbücher sowie saisonale Faktoren deuteten darauf hin, dass die Umsätze im dritten Quartal 2002 verglichen mit dem zweiten Quartal nur leicht ansteigen würden, teilte STM mit. "Sechs Prozent sind dabei womöglich schon optimistisch geschätzt", sagte Konzernchef Pasquale Pistorio am Mittwoch bei einer Konferenz mit Analysten und Journalisten in Mailand.

Am Vorabend hatte das französisch-italienische Unternehmen mit Hauptsitz in Genf mitgeteilt, im zweiten Vierteljahr sei der Umsatz zum Vorquartal um 13 Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar gestiegen. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Schnitt nur 1,51 Milliarden Dollar erwartet. Ein Jahr zuvor hatte der Umsatz allerdings noch bei 1,59 Milliarden Dollar gelegen. Der Nettogewinn habe 104,7 Millionen Dollar oder 0,12 Dollar je Aktie betragen nach 154,5 Millionen Dollar auf vergleichbarer Basis ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Mittel auch einen Gewinn von 0,12 Dollar je Aktie erwartet.

Der STM-Aktienkurs verlor an der Pariser Börse zeitweise 5,57 Prozent auf 22,20 Euro. Analysten begründeten die Verluste mit der vorsichtig ausgefallenen Prognose. "Die Aktien fallen, weil der Ausblick von STM für das dritte Quartal unter den Erwartungen der Analysten liegt", sagte ein Londoner Händler.

Für das angebrochene Quartal rechneten die von Thomson First Call befragten Analysten im Mittel mit sechs Prozent mehr Umsatz. Einige Volkswirte hatten nach dem 13-prozentigen Zuwachs im zweiten Quartal für die Zeit von Juli bis September ebenfalls einen Anstieg im unteren zweistelligen Bereich erhofft. STM-Chef Pistorio machte aber bei der Konferenz deutlich, selbst der von den Analysten prognostizierte Anstieg von sechs Prozent könnte schon zu hoch sein. "Es werden einige wenige Prozentpunkte", sagte er. Texas Instruments, US-Konkurrent von STM im Bereich der Mobilfunk-Chips, hatte Anfang der Woche mitgeteilt, ein Umsatzwachstum im dritten Quartal von vier Prozent zu erwarten.

Pistorio sagte am Mittwoch, der Verkauf von Chips an die Automobilindustrie "wird gut ausfallen". Und trotz der gesunkenen Prognosen für den Umsatz der Telefonsparte, erwarte er auch dort ein weiteres Wachstum. STM gilt bei Branchenexperten als der Chip-Anbieter mit der am breitesten gefächerten Produktpalette unter den weltweit zehn größten Chipherstellern. Analysten zufolge zieht der verhaltene Ausblick auch die Aktienkurse der Mitbewerber nach unten. So verloren die Titel des deutschen Halbleiter-Herstellers Infineon 6,5 Prozent auf 14,00 Euro.

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