Chip-Kooperation geplant
Infineon und Toshiba rücken zusammen

Die von der weltweiten Schwäche des Halbleitermarktes belastete Infineon Technologies AG führt mit dem japanischen Technologiekonzern Toshiba Gespräche über eine Zusammenarbeit bei Speicherchips.

Reuters/afp MüNCHEN. "Wir sind mit Toshiba in Gesprächen über eine Kooperation im Speicherbereich", sagte eine Sprecherin des Münchener Konzerns am Montag und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Die Infineon-Aktien legten im frühen Handel um knapp fünf Prozent auf 28 ? zu. Bereits in der vergangenen Woche waren die Titel, die wie alle Technologiewerte seit Anfang des Jahres kräftige Kurseinbrüche verkraften mussten, überdurchschnittlich gestiegen.

Es gebe verschiedene Überlegungen über die Art der Zusammenarbeit mit Toshiba, sagte die Sprecherin weiter. Ob dies bis zu einer Zusammenlegung der Geschäftsbereiche beider Konzerne kommen könnte, von der in den Medienberichten die Rede war, wollte die Sprecherin nicht kommentieren.

Die weltweite Chipindustrie muss in diesem Jahr den größten Nachfrageeinbruch in ihrer Geschichte hinnehmen. Dafür sind vor allem eine kräftig gesunkene Nachfrage nach Personalcomputern, Mobiltelefonen und Netzwerktechnologien verantwortlich. Diverse Chiphersteller und Ausrüster von elektronischen Bauteilen, darunter auch Infineon und die deutsche Epcos, haben daher ihre ursprünglichen Gewinnerwartungen bereits deutlich gesenkt.

Japanische Zeitungen hatten am Wochenende berichtet, Toshiba wolle das Speicherchipgeschäft ausgliedern und es möglicherweise mit dem entsprechenden Bereich von Infineon zusammenlegen. Im "Wall Street Journal" hieß es, Toshiba verhandele auch mit der südkoreanischen Samsung Electronics über die Gründung eines Joint Ventures bei DRAMs, die vor allem in Personal Computern zum Einsatz kommen. Dabei könne es auch zu einer Kooperation aller drei Konzerne kommen. Im vergangenen Monat hatte bereits die japanische NEC erklärt, sein DRAM-Geschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Hitachi einbringen zu wollen.

Angesichts der Krise in der Chipbranche kündigte Toshiba unterdessen den Abbau von zehn Prozent der Mitarbeiter bis März 2004 an. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, fallen bis März 2004 insgesamt 17 000 Stellen in Japan weg, der Rest im Ausland. Derzeit beschäftigt Toshiba 188 000 Mitarbeiter weltweit. Die Zahl der Arbeitskräfte in Japan selbst soll dem Unternehmen zufolge von derzeit 144 000 auf 127 000 sinken. Weitere 10 000 japanische Beschäftigte würden aufgefordert, in andere Bereiche des Konzerns zu wechseln.

Toshiba revidierte seine Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 (per Ende März) herunter. Demnach erwartet der Konzern nun einen Verlust von 155 Mrd. Yen statt eines Gewinns von 60 Mrd. Yen. Infineon hatte bereits im Juli den Abbau von 5000 Stellen und ein milliardenschweres Sparprogramm angekündigt. Auch der Münchener Konzern rechnet für das Ende September endende Geschäftsjahr wegen des Preisverfalls bei Speicherchips mit einem Verlust.

Kursgewinne bei

Infineon


Erste Hoffnungszeichen für den Halbleitermarkt


Kommentar: Neue Wege

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