Chip-Papiere im Blickpunkt
Neuer Markt verliert weiter

Der Neue Markt hat seinen jüngsten Abwärtstrend auch am Mittwoch fortgesetzt, was Aktienhändler auf den schlechten Ausblick des weltgrößten Chip-Herstellers Intel zurückführten. "Intel belastet eigentlich alle Technologiewerte", sagte ein Aktienhändler.

Reuters FRANKFURT. Die Stimmung am deutschen Wachstumssegment sei von Unsicherheit und Zurückhaltung geprägt. "Die konjunkturellen Aussichten müssen dringend besser werden", sagte ein anderer Börsianer. Im Mittelpunkt des Handels standen Titel des Halbleiter-Sektors.

Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax 50 bis zum frühen Nachmittag um 3,35 Prozent auf 1 141 Punkte nach. Der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share-Index rutschte um 2,73 Prozent auf 1 100 Zähler ab.

In den USA deuteten der Terminkontrakt auf die Technologiebörse Nasdaq eine deutlich schwächere Eröffnung an. Der Future fiel um 35 Ticks.

Der Halbleiter-Hersteller Dialog Semiconductor büßte mehr als zehn Prozent auf 6,08 Euro ein. Die beiden Chip-Broker ACG und CE Consumer verbilligten sich um jeweils rund zehn Prozent.

Auch Aixtron -Titel, ein Anlagenhersteller zur Produktion von Verbindungshalbleitern, verloren mehr als vier Prozent auf 25,75 Euro. Intel hatte am Vorabend bekannt gegeben, trotz eines im vierten Quartal 2001 deutlich über den Markterwartungen liegenden Gewinns je Aktie noch keine Anzeichen einer Konjunkturerholung zu sehen. Die Investitionen in Anlagen würden um ein Viertel gekürzt. Nachbörslich verloren die Intel-Papiere auf der Handelsplattform Instinet mehr als zwei Prozent.

An der Spitze der Kursverlierer im Nemax 50 standen jedoch die Anteilsscheine von Süss MicroTec , die um fast zwölf Prozent auf 31,10 Euro nachgaben. Händler erklärten den Abschlag mit einer überraschend angekündigten Kapitalerhöhung und dem schwachen Intel-Ausblick. Süss stellt Fertigungs- und Prüfgeräten für die Halbleiterindustrie her. Am Morgen hatte das Unternehmen mitgeteilt, eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss von Bezugsrechten zu planen. "Mit dieser Kapitalerhöhung hat der Markt wohl nicht gerechnet. Das verwässert natürlich die Unternehmensgewinne je Aktie und ist deswegen negativ", sagte ein Düsseldorfer Aktienhändler.

United Internet verbilligten sich um rund zehn Prozent auf 5,39 Euro. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen. Seit Ende Dezember 2001 hatte sich das Papiere bis zum Ende der vergangenen Woche fast verdoppelt.

Auf der Seite der Kursgewinner standen nach der Vorlage von Umsatzzahlen die Aktien des Minicomputer-Herstellers Kontron , die um 2,60 Prozent auf 13,80 Euro zulegten. Kontron hatte am Morgen mitgeteilt, für 2002 ein Umsatzplus von mindestens 40 Prozent anzustreben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 sei der Umsatz auf 189 von zuvor 126 Millionen Euro angewachsen. Die Analysten von ABN Amro stufen die Kontron-Aktie weiter mit "Buy" ein.

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