Chip- und Auto-Werte unter Druck
Wall Street: Technologie-Werte weiter unter Druck

Bis eine Stunde vor Handelsbeginn hatten die Futures auf Dow und den marktbreit gefassten S&P 500 sogar im grünen Bereich notiert. Was die Indizes abrutschen ließ, waren schlechter als erwartete Einzelhandelsverkäufe im Februar. Diese sind um 0,3 % gestiegen, Autos herausgerechnet sogar nur um 0,2 %.

Die Wall Street hatte mit einem deutlich stärkeren Plus gerechnet, allerdings müssen sich Analysten eingestehen, dass sie nach einigen unerwartet starken Konjunkturdaten in den letzten Wochen verwöhnt sind und überzogen kalkuliert hatten.

Der bislang eher ruhige Handel an der Wall Street folgt einer März-Rally, in der die großen US-Indizes stark zulegen konnten. Dass die Vorgaben am Morgen erneut schwach sind, beunruhigt Anleger und Analysten nicht. Im Gegenteil: Auf dem Parkett rechnet man mit weiteren langsamen Gewinnmitnahmen. Der Standardindex könnte dabei durchaus bis auf 10.300 Punkte fallen, ohne dabei technischen Schaden anzurichten.

Erneut unter Druck dürften am Mittwoche die Chip-Werte und die Aktien der Chip-Zulieferer stehen. Die Analysten von JP Morgan setzen die Erwartungen für den Branchenriesen Intel herab und rechnen damit, dass das Quartal vor allem aufgrund eines unerwarteten Preiskampfes in der Branche und Verwirrung über die aktuelle Produktpalette im Bereich der Motherboards und der DRAM-Chips enttäuschen wird. Intel verliert vorbörslich 1,6 %.

Die Analystenkollegen von Morgan Stanley nehmen sich derweil die Chip-Zulieferer und Maschinenbauer vor. Sie halten den Sektor nach einer raschen Erholung in den letzten Wochen für überteuert und stufen unter anderem KLA-Tencor, Novellus, LAM Research und Teradyne von "aggressiv kaufen" auf "outperform" ab. Für Cymer und Applied Materials behalten sie ihr Rating auf "aggressiv kaufen".

Der Chipbranche geht es schlecht, da es mit der PC-Branche nicht aufwärts geht. Hier setzt am Morgen Salomon Smith Barney an. Man sehe kein Anziehen in der Nachfrage nach Firmencomputern und Großrechnern, und im laufenden ersten Quartal werde der Markt die scheinbare Erholung der vorherigen drei Monate wieder rückgängig machen. Den Experten scheinen Apple und IBM derzeit besser positioniert als Sun Microsystems und .

Doch nicht alle Kommentare sind negativ: Die Analysten von Bernstein sehen Potential im zuletzt heftig kritisierten Sektor der Glasfaser-Hersteller. Die Nachfrage-Flaute dürfte spätestens im vierten Quartal 2002 Geschichte sein, meinen sie und stufen Branchenschwergewicht JDS Uniphase auf "outperform" auf. Einige Hersteller von Netzwerkchips, darunter LSI Logic, Altera und Xilinx bewertet man ebenfalls mit einem optimistischen "halten".

Riverstone Networks macht unterdessen selbst positive Schlagzeilen. Das Unternehmen stellt am Mittwoche eine neue Hochgeschwindigkeits-Technologie vor, die netzwerk-abhängigen Unternehmen eine Alternative zu Cisco Systems marktführendem System "Dynamic Packet Transport" sein könnte. Die Aktie von Riverstone legt vor der Glocke 5 % zu.

Auf Seiten der Industriewerte stehen zur Wochenmitte erneut Northrop Grumman und TRW im Mittelpunkt des Interesse. TRW, das neben Elektronik für den Rüstungs- und Raumfahrtbereich auch Kfz-Bauteile herstellt, lehnt erneut ein Übernahmeangebot von Northrop ab, das mit 6 Milliarden $ unter der derzeitigen Marktkapitalisierung des Unternehmens liegen würde. Aktien von Northrop Grumman handeln am frühen Morgen unverändert, TRW klettert um 1,7 %.

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