Chipaktien unter Druck
Wall Street startet im Minus

Die Wall Street eröffnet zur Wochenmitte schwächer und wird neben der Ertragswarnung von Sun Microsystems vor allem durch negative Analystenkommentare überschattet. Der Hersteller von Servern warnte, dass der Umsatz im vierten Quartal unter dem Niveau des dritten Quartals liegen werde. Ferner sei lediglich mit einem Gewinn von zwei bis vier Cents pro Aktie zu rechnen. Die durchschnittlichen Erwartungen lagen bei sechs Cents.

Während das schwache Nachfrageumfeld in den USA niemanden mehr überrascht, nimmt die Angst vor einer zunehmenden Nachfrageflaute in Europa zu. Laut Sun hat das Umfeld sowohl in Asien als auch in Europa weiter nachgegeben. Neben der Credit Suisse, J.P. Morgan und Merrill Lynch, senkt auch Bear Stearns die Wachstumsaussichten des Konzerns. An den positiven Langfristaussichten halten die Analysten jedoch weiterhin fest.

Die Ertragswarnung sorgt auch im Umfeld von Sun für schlechte Stimmung. So stuft Morgan Stanley die Aktien von JDS Uniphase, Nortel Networks und Sycamore von "überdurchschnittlicher Marktperformer" auf nur noch "halten" ab. Die Nachfrageerholung der Branche dürfte nicht so schnell verlaufen wie ursprünglich erwartet.

Chipaktien geraten wiederum bei Lehman Brothers und Merrill Lynch unter Beschuss. "Sollte sich die Erholung der Branche weiter nach hinten verschieben, könnte der Semiconductor Index bis auf 550 Punkte sinken", warnt Joe Osha von Merrill Lynch. Derzeit notiert der Index bei rund 623 Punkten.

Ertragspotenzial von Nokia begrenzt

Auch Dan Niles von Lehman Brothers hat über den DRAM Chipbereich wenig Gutes zu sagen. Da sich die Verkaufspreise anhaltend unter Druck befinden und die Nachfrage schleppend verläuft, senkt Niles die Ertragsprognosen von Micron Technology, Cypress Semiconductor und Simpletech für 2001 und 2002. Die vorrübergehende Stabilisierung der Lage im ersten Quartal hing lediglich mit den reduzierten Lagerbeständen zusammen und nicht mit anziehender Nachfrage.

Auch der Bereich Funktelefone bleibt zur Wochenmitte nicht ungestraft. So senkt die Credit Suisse erneut die Erwartungen für die weltweiten Stückzahlverkäufe. Aufgrund der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage, dürften die Verkaufszahlen in diesem Jahr lediglich am unteren Ende der Spanne von 450 bis 500 Millionen liegen. Bei lediglich 450 Millionen verkauften Funktelefonen, dürfte das Ertragspotenzial von Nokia begrenzt sein. Auch im Fall des Kommunikationsausrüsters Qualcomm drohen die Prognosen erneut unter Beschuss zu geraten.
In Anbetracht des eher negativen Nachrichtenumfelds dürften Investoren im Vorfeld der am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten kein sonderlich großes Kaufinteresse an der Wall Street haben.

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