Chipbranche dominiert den Tech-Handel
Wall Street: Schwacher Handel

Die US-Börsen starten schwach in die neue Handelswoche. Nachdem die großen Indizes in den vergangenen Tagen kräftig hatten zulegen können, verliert der Dow am Montagmorgen 35 Zähler; die technologie-orientierte Nasdaq steht mit 20 Punkten im roten Terrain.

Nach zahlreichen guten Nachrichten aus dem konjunkturellen Umfeld und einigen positiven Kommentaren von Analystenseite hatte die Wall Street in der ersten Märzwoche eine ansehnliche Kletterpartie gezeigt. Der Dow Jones Index der 30 Standardwerte hat seit Monatsbeginn 4,3 % zugelegt, die Nasdaq hat sich um mehr als 10 % verbessert.

Der New Yorker Montag begann ruhig, nicht nur was den Handel betrifft. Sechs Monate nach den Terroranschlägen auf World Trade Center und Pentagon wurde auf dem Parkett und im nahe gelegenen Battery Park von 8.45 Uhr bis 9.03 Uhr schweigend der Opfer der Anschläge gedacht.

Im weiteren Handelsverlauf hört man auf Wortmeldungen zweier Analysten, die sich am Morgen hervorgetan haben. Der Chef-Stratege der Banc of Amerika senkt die Aktiengewichtung in seinem Musterportfolio von 55 % auf nur noch 50 %. Der Aktienmarkt habe ein überkauftes Niveau erreicht und Investoren geigten zu Optimismus. Unterbewertet sei unterdessen der Nasdaq Index, dem der Analyst ein Wachstumspotential von 15 % bescheinigt. Im Durchschnitt liegt die Aktiengewichtung amerikanischer Investment-Strategen bei 68 %.

Abby Cohen hingegen, Chefstrategin von Goldman Sachs, sieht keinen Grund, an der Gewichtung ihre Musterportfolios zu rütteln. Sie hatte schon am 24. September, zum Tiefpunkt des Marktes, Aktien auf 75 % aufgewichtet und Jahresziele für den für den Dow bei 11 300 Punkten gesetzt.

Des weiteren sind es am Montag Unternehmensnachrichten, die das Geschehen antreiben. Zu den großen Verlierern gehört die Aktie des Telekommunikationsriesen Qwest . Die US-Börsenaufsicht SEC, so heißt es am Morgen, habe Ermittlungen aufgenommen und Bilanzunterlagen angefordert. Von Seiten Qwest heißt es zwar, die Ermittlungen seien unbegründet, doch nach den jüngsten Bilanzdebakeln in den USA sind Investoren vorsichtig geworden. Qwest verliert 7 %.

Abwärts geht es auch für die Aktie von Compaq, die 4 % verliert. Die Analysten von Merrill Lynch haben eine Umfrage unter US- und europäischen Fachleuten durchgeführt und "mehr Stimmen gegen eine Fusion von Hewlett-Packard und Compaq gehört als für eine Fusion." Auch Walter Hewlett, Sohn des Gründers des Drucker-Giganten und Sprecher der Anti-Merger-Offensive, meldete sich am Morgen erneut zu Wort: "Ein Merger mit Compaq würde den Unternehmenswert von HP belasten und die Aktien in ein dauerhaftes Tief stürzen", sagte er. Papiere von Hewlett-Packard notieren schwach behauptet.

Andere Unternehmen, die den Tech-Handel am Montagmorgen dominieren, kommen aus dem Chipbereich. Aktien von Intel und Advanced Micro Devices geben 1,6 % ab, Papiere von Micron verlieren 3 %. Die Analysten von Goldman Sachs haben sich erneut mit der Branche der DRAM-Chip-Hersteller beschäftigt und sind branchenweit vorsichtig geworden. "Den Fundamentaldaten zufolge haben wir ein mittelfristiges Hoch erreicht", schreiben sie am Morgen. Man empfiehlt, "in Sektoren zu investieren, die ein stärkeres Gewinnpotential aufweisen."

Abstufungen gibt es am Morgen auch für die Papiere von EMC und Emulex; die Bank of America glaubt, die Speicherchip-Firmen würden ein schwächeres Quartal erleben als bislang angenommen. EMC notiert dennoch mit 0,7 % im grünen Terrain, Emulex verliert 7,6 % und auch der Rest der Branche notiert mit Verlusten.

Der Netzwerk-Riese Cisco Systems handelt am frühen mit einem Verlust von 1,7 % handelt, obwohl sich Merrill Lynch bullish äußert. Der Analyst Samuel Wilson schreibt: "Vieles deutet auf eine deutliche Verbesserung des Netzwerksumfelds im zweiten Halbjahr 2002 hin, und Cisco dürfte davon voll profitieren."

Nachrichten kommen am Morgen auch aus dem Einzelhandelssektor. Williams-Sonoma hat das vergangene Quartal etwas schwächer beschlossen als erwartet, das abgelaufene Jahr allerdings in Höhe der Erwartungen. Die Aktie gibt 4 % ab. Federated Department Stores , die Holding hinter den Kaufhäusern Macy?s und Bloomingdale?s, ist unterdessen an die Konkurrenzkette May herangetreten und verhandelt über eine Akquisition. Aktien beider Unternehmen geben mehr als 1 % ab.

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