Chipfabrik Dresden
EU genehmigt Infineon-Beihilfe

Der Bund und das Land Sachsen dürfen den Halbleiter-Hersteller Infineon beim Bau einer neuen Chipfabrik in Dresden mit 219 Millionen Euro unterstützen. Die Eu-Kommission genehmigte am Dienstag die beantragte Staatsbeihilfe in voller Höhe.

Reuters BRÜSSEL. Die Kommission hatte schon Ende März erklärt, dass die Entwicklung des Chipmarktes der Beihilfe nicht mehr entgegen stehe. Damit konnte Infineon bereits mit dem größten Teil der Beihilfe rechnen. Fraglich war noch, ob die Kommission die Beihilfe in voller Höhe von knapp 20 Prozent der Investitionskosten genehmigen würde.

Nach ausführlicher Untersuchung sei die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass der Bau der Speicherchip-Fabrik positive Auswirkungen auf die Region haben werde. Damit sei die Beihilfe in voller Höhe gerechtfertigt und hätte mit 21 Prozent der Investitionskosten sogar noch höher ausfallen können.

Im vergangenen Jahr hatte die Kommission noch bezweifelt, ob die deutschen Erwartungen an die Zahl der durch die Fabrik entstehenden Arbeitsplätze gerechtfertigt sind. Nach den deutschen Schätzungen werden durch das Werk 1700 Stellen neu geschaffen oder erhalten. Weitere 1360 könnten indirekt etwa bei Zuliefern und Abnehmern entstehen.

Der Kurs der Infineon-Aktie stieg in einem ansonsten freundlichen Marktumfeld zeitweise um mehr als drei Prozent auf 24,35 Euro, bröckelte später aber wieder etwas ab. Nach Einschätzung von Analysten wird die Dresdner Fabrik Infineon deutlich bei der Kostensenkung und dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten helfen.

Infineon will in Dresden Halbleiter mit einer neuen Produktionstechnologie bauen, die die Herstellungskosten senken soll. Im Herbst hatte die EU-Kommission noch grundsätzliche Bedenken gegen die Beihilfe geltend gemacht. Wegen der damals schlechten Entwicklung des Chipmarktes befürchtete die Wettbewerbsbehörde, dass mit der Fabrik neue Überkapazitäten gefördert würden.

Im März hatte die Kommission aber erklärt, dass diese Sorge inzwischen ausgeräumt sei. Die Marktsituation sei jetzt gut. Die Kommission muss bei der Genehmigung einer Staatsbeihilfe unter anderem berücksichtigen, ob das geförderte Projekt lebensfähig wäre und ausreichend zur Entwicklung der zu fördernden Region beiträgt.

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